Tja, irgendwann auf der Reise hatten wir uns eine Liste von Dingen gemacht, die wir hier noch erleben möchten - nebst Paua Muschel essen und Possum sehen, wollten wir auch in eine Glühwürmchen Höhle gehen. Der prominenteste Ort hierfür sind die Waitomo Caves, ein riesiges Areal mit über 300 erfassten Kalksteinhöhlen. Hier gibt es diverse Anbieter verschiedenster Höhlem-Touren mit verschiedenen Schwerpunkten - von Seniorengerecht bis Adrenalingeladen ist alles dabei. Wir entschieden uns für die Rock, Rap'n Raft Tour, welche 5 Stunden dauert und Abseiling, Caving, Rafting, Glühwürmchen und Klettern beinhaltet – und das zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.
Nach einer Nacht in einem nahegelegenen Hostel, erschienen wir früh zur ersten Tour wo wir mit zwei netten Schweden und unserem Guide Marc zu den Umkleidekabinen fuhren. Dort angekommen, bekamen wir einen Neoprenanzug, Helm mit Stirnlampe, Gummistiefel, Sicherungsgurte und pinke Hosen zum Schutz des Neoprens (schick!). Die Ausrüstung war viel besser als was wir für unser Abenteuer am Cave Stream hatten, aber wir fühlten uns jetzt beim zweiten Mal sicherer als wenn dies unsere erste Höhle gewesen wäre.
Nach einer kurzen Einweisung ins Abseilen, wurden wir an den Höhlenrand geführt und dann durften wir uns, einer nach dem nächsten, ins Seil hängen und langsam die 28m herab gleiten. Das war schon ein bisschen aufregend, aber auch ein tolles Gefühl! Um uns herum die glatten Felswände, oben der grün bewachsene Rand und unter uns der rauschende Fluss. Unten angekommen, bekam jeder einen aufgeblasenen Reifen-Schlauch und so marschierten wir Flussaufwärts. Zwei Mal „durften“ wir uns durch enge Durchgänge zwängen um zu erleben wie sich echtes Höhlen-klettern anfühlt. Nichts für den trophobischen Klaus! An einer Stelle hieß es dann Lampen ausschalten: Marc machte ein lautes Geräusch um die Glühwürmchen zu motivieren und so standen wir staunend unter einem bläulich schimmernden Sternenhimmel! (Hier kann man ein bisschen mehr über die Glühwürmchen lesen)
Schließlich kamen wir an das Ende der Höhle, wo der Fluss aus einem gefluteten Tunnel in die Höhle fließt. Marc sagte uns dass auf der anderen Seite des Tunnels bald die Szene des Hobbits gedreht wird, wo Bilbo auf Gollum trifft und ihm den Ring abnimmt. Jedenfalls setzten wir uns in die Reifen und ließen uns einen ganzen Weg zurück treiben. An einer Stelle machte Marc Halt, da wir einen kleinen Umweg in die Matschhöhle machen sollten. Der Weg dorthin war eine Rutschpartie und am Ende gelangten wir in ein tieferes Becken, wo am auf der gegenüberliegenden Seite eine 3m hohe natürliche Rutsche ist. Diese kletterten wir hoch, gruben zwei Klumpen Matsch aus der Wand und benutzten diese als Schlitten um in den Pool zu rutschen. Funky!
Als wir aus der Matschhöhle zurückkehrten, trafen wir den freundlichen Aal, der neugierig die Besucher beschnuppert und sich von ihnen streicheln lässt. So was haben wir noch nie gesehen! Mehrere Minuten chillte er bei uns und erließ alles Gehätschel von uns in Gemütsruhe über sich ergehen! Bis jetzt waren mir Aale sehr unsympathisch, aber diese Begegnung hat meine Einstellung verändert.
Dann ging es in den Schläuchen immer weiter Flussabwärts, am Einstiegspunkt vorbei, bis wir an einen Punkt kamen, wo die Strömung zu stark wurde. So gingen wir wieder zurück, machten eine kleine Teepause und gingen zum Einstiegspunkt zurück. Dort legten wir wieder unsere Sicherungsgurte an und kletterten eine 20m hohe Felswand wieder hoch, duschten warm und fuhren zum Büro zurück, wo wir noch eine Tasse Suppe und die Bilder der Tour bekamen (Marc hatte fleißig mit einer Wasserdichten Kamera fotografiert).
Mit den Schweden fuhren wir weiter zu einem Wasserfall in der Nähe, wo wir zwei deutschen Jungs begegneten, die wir auf der Südinsel und auch im Te Papa in Wellington schon getroffen hatten (Regel: in NZ trifft man sich als Touri mindestens zwei Mal ;). Zusammen schauten wir uns den ersten der großen Wasserfälle und dann den Eingang zur Periperi Cave an.
Kurzerhand entschieden die Schweden und wir dass wir in dem Ort Kawhia übernachten wollten und suchten uns dort einen zentralen Platz neben dem Museum und bei Toiletten aus. Wir kochten zusammen und als wir die ersten Bissen im Mund haben, dröhnt eine ohrenbetäubende Sirene neben uns los. Wir bekamen Panik da wir nicht wussten was das zu heißen hatte... Falschalarm, Einbrecher, Feuer, Tsunami? Aber es blieb alles ruhig (abgesehen von uns) und in der Nacht trat das Phänomen zum Glück nicht noch einmal auf. Erst in Tonga erfuhren wir von zwei Kiwis, dass dies die Sirene für die Freiwillige Feuerwehr war (hätte ich wissen müssen, mein Opa war doch bei der FF!). Kurz vor Abfahrt trafen wir die beiden deutschen Jungs wieder und dann schauten wir uns noch den faszinierenden Bridal Veil (Brautschleier) Wasserfall an. Dort trafen wir wieder die deutschen Jungs – zum letzten Mal :-)
Dann musste es auch schnell gehen weil wir nach Auckland mussten um früh morgens unseren Flug nach Tonga zu erwischen.
Neid Neid Neid!!!!!!!!
AntwortenLöschenWie cool ist das denn!?! Ich war vor knapp 20 Jahren mal bei einer Höhlenfreizeit auf der Schwäbischen Alb und das war richtig toll. Und ich glaube diese Tour ist die erste von euch, dich ich auch unbedingt hätte mitmachen wollen. Schön, dass ihr diese Möglichkeit hatte!
Ob wir im Himmel auch sowas machen können? Ich hoffe es von Herzen! :)
I love the white wellingtons. Lefty
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