Nach unserer verspäteten Ankunft in Wellington wollten wir es eigentlich zum Catchpool Valley Park schaffen, wo wir schon mit Steffi & David gecampt hatten, aber leider waren die Tore dort schon geschlossen. Der Park befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite Wellingtons im Zipfel der großen Bucht und hat einen schönen DOC Campingplatz mit warmen Duschen und einer Kochhütte – Mona hat dort nachts schon einen Kiwi-Vogel gesehen. Da die Strecke von dort nach Wellington recht weit ist, sind wir die Straße weiter gefahren und haben einen netten Platz zum Freedom Camping gefunden. Zum Frühstück sind wir dann doch noch in den Catchpool Park gefahren und anschließend haben wir uns noch einmal das phantastische Museum Te Papa angeschaut - wir haben immer noch nicht alles gesehen.
Das Museum mit kostenlosem Eintritt bietet viel Information über Geschichte Neuseelands und den Einfluss der Menschen auf das Land; interaktive Gegenstände und unterhaltsame Medienbeiträge lassen keine Langeweile aufkommen und helfen einem in die Geschichte einzutauchen. Statt der geplanten 2–3 Stunden, verbrachten wir dann doch den Großteil des Tages im Te Papa.
Nach einer Nacht auf einem Campingplatz, haben wir uns das kleine Museum des Weta Workshops angeschaut. Weta wurde von Peter Jackson mit aufgebaut und ist für Requisiten und Digitaleffekte zuständig. Bekannt wurden sie durch Herr der Ringe, wofür sie die Charaktere schufen, bekleideten und animierten. Auch bei Avatar, Narnia und District 9 waren sie beteiligt und momentan ist der Hobbit in Produktion. Ein Besuch in der Weta Cave lohnt sich sehr, mitunter weil der Eintritt kostenlos ist und ein sehr interessantes Video zur Einführung gezeigt wird. Auf der Fahrt gen Norden, haben wir uns auch noch den Drehort von Rivendell angeschaut, viel war jedoch nicht zu sehen. Natürlich können die Bühnenbildner nicht die Requisiten in Parks rumstehen lassen, daher sieht man nur die Natur drumherum.
Als es dunkel wurde, suchten wir uns einen netten Campingplatz und fuhren am nächsten Morgen nach Wanganui - die Hauptstadt der Glasbläser Zunft. Eine der Werkstätten hatte eine Zuschauer-Ebene, wo wir den Künstlern auf die Finger... ehm... Handschuhe schauen durften. Aus logistischen und finanziellen Gründen haben wir dort das schöne Produktsortiment Anderen überlassen ;-) Nebenan war auch die Werkstatt einer Mosaik Künstlerin die uns ein paar Tips gegeben und Mona inspiriert hat – vielleicht bastelt Mona in Deutschland mit Mosaik. Auch das Museum über die Restaurierung eines alten Schaufelraddampfers und einer historischen Straßenbahn waren interessant.
An der Westküste Neuseelands gibt es einen perfekt geformten Vulkankegel der Mount Taranaki bzw. Mount Egmont heißt - diesen wollten wir mit dem Van umrunden um ihn in seiner vollen Pracht zu bewundern. Auf dem Weg dorthin sahen wir den Berg im wunderschönen Sonnenuntergang leuchten, dies war jedoch das letzte Mal dass wir ihn sahen da er sich am nächsten Tag zwischen den Wolken versteckte. Von einer anderen Backpackerin hatten wir gehört, dass man neben dem Leuchtturm am Mount Egmont gut campen könnte und so versuchten wir diesen zu finden. Irgendwann kamen wir an eine Dreckstrasse, die ein wenig nach Privatweg aussah aber in die richtige Richtung führte. Als wir am Bauernhof vorbei fuhren, beobachtete uns eine alte Dame aus dem Fenster doch nachdem wir den Melkstall passiert hatten, erreichten wir glücklicherweise die richtige Straße mit dem Leuchtturm. Dort brauste das Meer in der Dunkelheit und der starke Wind schaukelte unsere Behausung - nur der Strahl des Leuchtturms unterbrach die mondlose Nacht. Um 3 Uhr morgens wachte Toby auf mit der festen Überzeugung, dass ein Auto uns anleuchte und wir Stress bekommen würden aber Mona versuchte zu beruhigen indem sie sagte dass dies der Leuchtturm sei - das sah Toby dann irgendwann ein und ließ sich beruhigen. Unser Fazit: man kann dort gut Campen solange der Wind nicht so fegt da man sonst unruhig schläft.
Unser Ziel des Tages war die Forgotten World Highway zu fahren; eine Inlands-Strecke durch etwas wildes Terrain. Bevor die Straße geteert wurde, war die Strecke eine schlammige Herausforderung für Mensch und Tier. Eine Teilstreck ist immer noch nicht geteert jedoch in gutem Zustand. Immer wieder stehen Infotafeln am Wegesrand und klären über die Vergangenheit auf. Die Strecke hat sich gelohnt da es einige Kuriositäten und spannende Dinge zu sehen gibt... z.B. Mt Damper Wasserfall und ein Dorf die sich als eigene Republik versteht.
Ein/zwei Tage zuvor hatten wir eine SMS von den Batys aus Gisborne bekommen, die uns fragten ob wir in der Nähe von Rotorua wären - unglaubliches Timing! Nach einem erfrischendem Gottesdienst bei der Calvary Chapel Rotorua, trafen wir uns mit Rodger und Marilyn und ihren zwei Enkeln zum Spazieren. Prompt luden sie uns in ihre Batch (Ferienwohnung) ein und wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen! Ihre Liebe und Großzügigkeit ist uns immer wieder ein Vorbild. Rodger hat sich dabei mal den Motor vom Kiwi Van angesehen und mit einer Mutter die Dichtung unseres Auspuffrohrs verschlossen sodass das Auto leiser ist. War toll zu hören dass ein Experte sagt, dass der Motor in einem guten Zustand ist!
Nach Rotorua waren wir in Waitomo, doch darüber berichtet wir im nächsten Blogeintrag.
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