Donnerstag, 6. November 2014

5 Tage Abenteuer

Ein Freund der Familie Kniesz arbeitet als Verkäufer und Offroad Coach bei einem Toyota Händler und bietet geführte Touren in Medellin und Umgebung mit seinem fett ausgestattetem Geländewagen an. Mit ihm, Rafael, haben wir 5 Tage lang verschiedene Touren in der Umgebung von Medellin gemacht und das "wir" waren Sammy und Micha, ein Kollege von Sammy, und wir beide. Einige Leser haben bestimmt noch die Bilder und Nachrichten von Escobar und dem Medellin Kartell im Hinterkopf und wissen das Familie Kniesz diese Zeit noch voll miterlebt hat. Diese Zeiten sind noch nicht so lange vergangen, es ist aber krass wie stark sich die Region zum positiven verändert hat - der ehem. Präsident Uribe hat sehr stark aufgeräumt sodass das Chaos aus Paramilitär (private Sicherheits-milizen) und Guerillia (FARC/ELN) nur noch in entlegenen Regionen Thema ist. Die Gebiete die wir besucht haben waren noch vor wenigen Jahren höchstgefährlich und verlassen, haben sich jetzt aber sehr erholt. Einzig der Regenwald leidet darunter da dieser für Weideflächen und Mineralienabbau gerodet wird. 

Am ersten Tag sind wir zusammen zum Rio Claro gefahren, wo ein Finca Besitzer hektarweise Land an o.g. Fluss ankauft um den Regenwald zu schützen und für Ökotourismus zu verwenden. In einem benachbarten Steinbruch wird der reichlich vorhandene Mamor abgebaut, welcher sonst hoch mit Regenwald bedeckt, den Flusslauf säumt. Dort angekommen, haben wir erst eine kleine Wanderung entlang des Rio Claro (klarer Fluss - Name ist Programm) gemacht und eine Handvoll Überhänge/Höhlen mit Stalaktiten/-miten bestaunt. An einer Stelle sind wir durch den Fluss gewatet um in eine Höhle mit Bachlauf zu klettern. In der Region bewohnen Fettvögel die Höhen und machen sich durch sehr ungewöhnliches und lautes kreischen und schnattern bemerkt - Geisterbahnfeeling in der Natur :-)

Nach einem guten Mittagessen, haben wir noch eine 2-Stündige Rafting Tour gemacht, wobei die Strömung so langsam war dass diese sehr entspannend war und wir viele Vögel und einen Leguan bestaunen konnten. Ein spannender Zwischenhalt war die Ruine einer, auf einer Insel gelegenen, Finca von Escobar. Nach seinem Tod wurde diese vom Paramilitär, in der Suche nach vergrabenem Geld auseinander genommen - die Zeugen einer vergangenen Zeit verschwinden schnell, da diese vom Urwald zurückerobert werden. In den Fluss sind wir an zwei verschiedenen Stellen reingesprungen - einmal von einem Seil und das andere Mal aus 8-10m Höhe, was Toby viel Überwindung gekostet hat. Anschließend haben wir am Fluss gecampt und die Geräuschkulisse und das Blinken der Glühwürmchen genossen.

Tag Zwei sind wir über Schotterpiste an den Rio de Miel (Honigfluss) gefahren und dort dann 5 min auf einem Bötchen zu unserem Stelzenhaus gefahren. Den Rest des Tages haben wir damit verbracht mit dem Bötchen und unserem einheimischen Käpt'n Carlos den großartigen Fluss rauf und runter zu schippern. Er hat uns auch ein bisschen über die Interaktion zwischen Bevölkerung und Fluss erzählt. Ein Staudamm im oberen Flussverlauf erzeugt Strom on-Demand, wodurch der Wasserpegel stark schwankt - bestellt ein Stromlieferant eine große Menge Strom, fließt so viel Wasser dass Fischen fast unmöglich ist. Am Fluss weiden viele Rinder, leben tropische Vögel und leben Otter; außerdem bezahlt der Staat kleine Boote die als Schulbusse dienen. Im Rio de Miel konnten wir wieder mal von einer Brücke springen und uns dann immer mal wieder im Wasser durch den Urwald treiben lassen und Luna, einen domestizierten Otter, streichel und von ihm anknabbern lassen. Übernachtet haben wir in einem Haus auf Stelzen, wo wir unter Mückennetzen wunderbar schlafen konnten, nach dem uns Maria, die Frau des Major Domos, unser mitgebrachtes Essen zubereitet hat.

Aus Neuseeland wurden wir von Sandflies traumatisiert - kleine Biester die am Fluss brüten, langsam fliegen und sich mit vorliebe auf Menschen stürzen und ordentliche Stiche hinterlassen. Jetzt wissen wir das NZ nicht das einzige Land mit den Viechern ist - Monas und meine Beine waren (und sind noch) übersäht mit Stichen da wir uns zu spät mit Mückenschutz eingesprüht hatten.

Tag Drei war Action Pur da es in der Nacht geregnet hatte und die Schotterpisten zum Teil in Schmierseife verwandelt hat und wir drei Jungs abwechselnd fahren durften. Rafaels 4x4 war durch seine hohe Bodenfreiheit, breiten Reifen und Automatikschaltung schon sehr angenehm zu fahren - der gelegentliche Motorradfahrer hatte schon sehr stark mit dem rutschigen roten Lehmboden zu kämpfen. Rafael hatte bewusst eine abenteuerliche Strecke gewählt um durch das Hinterland zur Hacienda Napoles (dem ehem. Wohnsitz von Pablo Escobar) zu fahren. An einer Stelle mussten wir sogar kehrt machen und einen anderen Weg wählen da Goldschürfer die Umgebung so sehr umgegraben haben, dass man nur noch mit einem Kettenfahrzeug eine Chance gehabt hätte. Die Arbeiter brandrhoden den Regenwald und tragen dann die Hügel ab und durchspühlen die rote Erde nach Nuggets; vermutlich kein sehr erträgliches Geschäft. Sie hinterlassen klaffende rote Wunden im einst reichen Regenwaldgebiet und die starke Erosion tut ihren Teil - Wiederaufforstung ist hier kein Thema. Nach einer kleinen Höhlenwanderung bei den gespenstigen Fettvögeln und einem Bad im Fluss auf dem Areal der Hacienda Napoles, ging es zurück nach Medellin.

Der vierte Tag mit Rafael führte uns in das Gebiet rund um den El Penol, einen riesigen markanten Steinhügel (ähnlich dem Zuckerhut in Rio de Janeiro) von welchem man eine tolle Sicht auf den gigantischen Stausee hat. Dieser besteht nicht aus einer einzigen großen Wasserfläche sondern aus vielen kleinen Inseln und die Region sieht ein bisschen norwegisch aus. Auf dem Pinol haben wir eine regionale Besonderheit ausprobiert: Cerveca Michelada. Das ist ein (beliebiges Bier) mit Limette und einem mit Salz bedecktem Glasrand - spannend aber auch nicht so lecker ;-). Im Anschluss sind wir bei Schotterpiste und Regen via dem romantischem Städtchen Conception wieder Richtung Medellin gefahren. Unterwegs trafen wir auf eine liegen gebliebene Motorradpritsche; Rafael der sehr Hilfsbereit ist, hat ihn dann in die nächste Stadt abgeschleppt, was über eine Stunde gedauert hat.

Am fünften Tag hat sich mit ihren ehemaligen Klassenkammeraden getroffen, sodass wir zu viert entlang der Via Lactera (Milchstrasse) gefahren sind. In der leicht alpinen Region wird viel Viehzucht betrieben wird und sie sieht auch recht europäisch aus da fast ausschließlich Holstein Kühe kultiviert werden. In San Predro de las Milagros haben wir uns die Pilgerkirche Basílica del Señor de los Milagros angeschaut, wo mich besonders die Gemälde an der Decke Fasziniert haben da dort Szenen aus der Bibel sehr groß und bunt dargestellt werden und Gegenstände & Personen aus Lateinamerika dargestellt werden. Auf einer benachbarten Farm/Themenpark hatten wir Jungs dann noch Actionprogramm: Pferdereiten, Quadfahren und eine kurze Abfahrt mit einer Zip-Line. Zum Abschluss der schönen Zeit waren wir dann gemeinsam mit Rafael Mexikanisch essen und haben uns herzlich voneinander verabschiedet.

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Cartagena mit Familie Kniesz

Die erste Woche in Kolumbien haben wir mit der gesamten Familie Kniesz im karibischen Cartagena  verbracht; wo es knall-heiß und super schwül war. Dort haben wir die schöne Altstadt genossen (sie ist fast spanischer als Spanien) und haben zwei Bootausflüge an entlegene Strände gemacht wovon zweiterer zur Playa Blanca (Weißer Strand) echt großartig war. Weißer feiner Sand, blaues Wasser, Korallen, Palmen, viele aufdringliche Verkäufer... Vor 5 Jahren hatte ich mir von dort einen heftigen Durchfall von dort mitgebracht, diesmal erfreuen sich aber alle bester Gesundheit.

Die Küstenregion in Kolumbien hat sehr hohe schwarze Bevölkerungsanteile da sich viele ehemalige Sklaven dort sesshaft gemacht haben. Das merkt man einige hundert Jahre später noch durch die Latino-Afrikanischen Rhythmen (googelt mal Vallenato), das Essen, die Sprache, leider aber auch durch das bunte Chaos :-D Jedes mal fühle ich mich ein bisschen als wäre ich in Afrika, nur das alle Spanisch sprechen.

Samstag sind wir dann nach Medellin geflogen, wo ich bisher noch nicht war, Familie Kniesz aber 8 Jahre gewohnt hat. Der Unterschied zwischen den Städten ist gefühlt etwa wie Kiel zu München (außer das Kiel nicht so chaotisch ist :-D). Medellin liegt in einem riesigen Tal, umgeben von den Bergen der Kordilleren und man hat das Gefühl man ist in einer tropischen Schweiz. Kommt man vom Flughafen (45min außerhalb der Stadt), schlängelt man sich immer weiter runter und sieht dann schließlich die gigantische Stadt unten im Tal liegen. Mit einem Freund von Sammy, welcher uns vom Flughafen abgeholt hat, waren wir noch sehr lecker essen und wurden dann sehr freundlich von der Familie Restrepo aufgenommen, bei denen wir die einge Tage übernachten durften.

Auch waren wir in der Gemeinde, wo Familie Kniesz früher Teil von waren und lustigerweise kannten mich einige Gemeindemitglieder schon von Fotos. Die Gemeinde mietet eine alte Finca, welche durch die angrenzenden Hochhäuser sehr einen starken Kontrast bildet. Die Geschwindigkeit mit der hier Hochhäuser und Einkaufsmeilen entstehen ist atemberaubend. Es gibt hier natürlich die Slums und sehr arme Wohngegenden, aber der Wirtschaftswachstum ist beachtlich und der Lebensstandard zum Teil sehr hoch. Die Menschen sind hier sehr herzlich und nehmen sich trotz meiner sehr gebrochenen Spanisch Kenntnisse Zeit um mit mir zu quatschen und sind da sehr geduldig - Englisch wird hier sehr selten gesprochen. Hier sind ein paar Bilder von der gemeinsamen Zeit:

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Mittwoch, 30. Juli 2014

Böhmische und Sächsische Schweiz

Das Gebiet wo ich mittlerweile am öftesten gewandert bin und jedes mal neue Schönheiten entdecke, ist die Sächsische Schweiz. Dieses Mal waren wir zu viert - mein Schwager Samy, mein Bruder David und mein Kumpel David - zusammen haben wir sowohl Sächsische (Deutschland) als auch die Böhmische Schweiz (Tschechien) unsicher gemacht.

Die erste Nacht durften wir bei Sylvia in Dresden nächtigen um uns dann auf den Weg zu den sieben Zwergen nach Hinterhermsdorf zu machen. Entlang der Kirnitsch sind wir, mit kurzer Badepause im kühlen Nass, bei bestem Wetter über die offene Grenze nach Tschechien gewandert. Da dort Boofen (freiübernachten) illegal ist, haben wir auf dem Campingplatz in Mezni Louka ein Zelt mit unseren Planen und Seilen improvisiert.

Am Samstag sind wir dann den schönen Weg zum Prebischtor gewandert und die tolle alte Baude am Tor bestaunt und dort ein Bier getrunken. Im Gegensatz zum Rest unserer Wanderung, waren viele Menschen aller Altersklassen dort unterwegs und ein freundlicher Tscheche hat meinen Bruder auf einen Schnaps eingeladen. Wie das genau lief müsst ihr ihn fragen :-D

Über die grüne Grenze sind wir dann zurück nach Deutschland gewandert und haben dort, in guter alter Tradition, im Zeughaus unsere Wasservorräte aufgefüllt und ein leckeres Lammsbräu genossen. Ganz in der Nähe vom Zeughaus gibt es ein paar nette Boofen, wovon wir die am Kanstein genommen haben. Dort hatte ich meine erste Nacht in der Sächsischen Schweiz verbracht als Moritz, Katrin und Steffi mit mir vor 6 Jahren dort waren.

Aus Wanderung Elbsandsteingebirge damals im Jahr 2008
Mit sehr netten Nachbarn haben wir dort Aussicht, Gemeinschaft und eine gute Camping-Mahlzeit genossen. Die Sternklare Nacht, die Stille, das dunkle Panorama und das Wetterleuchten am Himmel kann kein Hotel der Welt bieten und überbietet jeden Comfort-Abstrich und Muskelkater den man durch das Wandern hinnehmen muss. In der Wildnis wird man sich der Relation von Mensch zum Rest der Schöpfung bewusst, wenn man dies sucht, findet man ein Übermass der Kreativität Gottes.

Am Sonntag sind wir Schweißgebadet Hügel runter und hoch gewandert um schließlich gediegen auf dem Pohlhorn bei toller Aussicht Mittag zu essen. Nach einem strammen Marsch und einer sportlichen Autofahrt haben wir den Fernbus in Dresden pünktlich erreicht und uns herzlich verabschiedet. Jetzt ist der Outdoor-Hunger vorerst ein bisschen gestillt und mit vielen Bildern und Eindrücken sind wir nach Hause zurückgekehrt. Hier sind die Bilder von unserem Abenteuer:

Freitag, 6. Juni 2014

Beautiful Eulogy mit Symbols & Signs

Guter HipHop mit Message ist selten - guter christlicher HipHop noch ein Spurenelement wie Erdnusspuren im Toastbrot. Beautiful Eulogy schafft es theologische Inhalte in clevere Reime zu packen, musikalisch zu unterstreichen und in einem innovativem Musikvideo einzurahmen.



P.s.: Beim Stöbern habe ich Crimson Cord von Propaganda gefunden, einem der Rapper von Beautiful Eulogy. Es geht um Schmerz und die binden Kraft der Sünde.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Bastille singt Flaws

Bastille ist eine Band die ich ( u.A. durch meine Elektro-Vergangenheit) sehr zu schätzen gelernt habe. Besonders gut finde ich wie der Lead Sänger Dan Smith seine Stimme mehrfach aufnimmt und an vielen Stellen ihrer Lieder zu einem mehrstimmigen Ensemble aufbaut. Das gesagt, ist ihr Talent bei Live Sessions nicht weniger gut. Film ab:

Montag, 2. Juni 2014

Himmelfahrt mit Armin & Luise

Über das verlängerte Wochenende waren Monas Eltern bei uns zu Besuch und wir haben schöne Ausflüge unternommen und die Zeit zusammen genossen. Besucht haben wir u.A. die Lutherstadt Wittenberg, den Sans Sousci Schlosspark und die Gärten der Welt. Das schöne Sonnenwetter und die frische Luft haben geholfen meine Erkältung ein wenig zu kurieren.
Uns hat das Neue Palais in Potsdam sehr an Downton Abbey erinnert, vor allem als erklärt wurde wie man das Gebäude auf Elektrische Beleuchtung und Bädern mit fließenden Wasser umgerüstet hat. Da waren uns die Engländer ein wenig voraus. Ansonsten haben wir insgesamt sehr den Mix aus Geschichte, Grünanlagen und Gemeinschaft genossen (3xG!).

Sonntag, 1. Juni 2014

Josh Garrels singt Pilot Me

Neuentdeckung der Woche ist Josh Garrels. Toll sind, nebst seiner Musik, seine live gespielten Musikvideos was sehr gut zu seinem "handgemachtem" Folk/R'nB passt. Viel Spass beim Seele baumeln lassen :-)

Sonntag, 25. Mai 2014

Die Mitbewohner gehen Boofen

Wieder einmal boofen gehen in der sächsischen Schweiz, diesmal aber in neuer Besetzung. Mit von der Partie waren zwei meiner ehemaligen Mitbewohner aus Leipzig. Das Wetter war sehr Wechselhaft, wodurch spannende Lichtverhältnisse aufgetreten sind. Die Zeit war toll und lustig und wir haben unseren Salami-Hunger für mindestens einen Monat gestillt da wir ein bisschen zu viel davon mitgenommen haben.

Dienstag, 13. Mai 2014

Auf Urlaub in Israel

Im Frühling waren wir zu Besuch in Israel und haben dort viele spannende Dinge erlebt und eine tolle Zeit mit meiner Familie genießen können. Verschiedene Aspekte des Landes haben uns beeindruckt, wie zum Beispiel der Kontrast zwischen der öden Negev Wüste und dem fruchtbaren Galiläa oder das Nationalverständnis und der Überlebenswillen der in dieser jungen Nation zu finden ist. Zwei Highlights waren eine spontane persönliche Führung im Felsengrab in Jerusalem und die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag. Israel ist ein spannendes Land voller Gegensätze und wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal dort. Und dort ist es heiß...