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Freitag, 27. Mai 2011

Arthurs Pass & Cave Stream

Es kam der Tag wo wir uns schweren Herzens von Barrys Bay, dem schönen Hostel und den netten Hosteleltern (Gill & Des) trennen mussten. Bei tollem Wetter fuhren wir von Banks Peninsula Richtung Arthurs Pass. Die Landschaft veränderte sich langsam und wir waren auf einmal umringt von schneebedeckten Bergen.

Auf dem Weg zum Pass (wo wir auch übernachten wollten) wollten wir eine Höhlenwanderung machen. Da wir aber nicht das Risiko eingehen wollten nach der Wanderung im Dunkeln zu landen, verschoben wir es auf den nächsten Morgen und genossen bald darauf einen hammer Sonnenuntergang. Direkt hinter den schneebedeckten Bergen ging die Sonne unter...

Wir fuhren zu Lake Pearson, wo schon einige weitere Camper ihre Zelte oder Campingwagen stehen hatten und suchten uns ein schönes Plätzchen am See. Am nächsten Morgen haben wir einen schönen Sonnenaufgang genossen und sind nach einem von Enten umringten Frühstück wieder Richtung Höhle gefahren. Dort angekommen, haben unsere neuen Wasserschlappen eingeweiht und sind dann Richtung Höhleneingang gelaufen – zum Teil noch über ein bisschen Schnee. Wir wussten, dass das Wasser in der Höhle (was im Höhleneingang bis zur Hüfte gehen sollte, aber bei uns doch etwas höher als der Bauchnabel war), eisig sein würde – aber das man nach 5 Minuten kein Gefühl mehr in den Füßen hat und auch die Beine ziemlich unter der Kälte leiden, hatten wir uns dann doch nicht so ausgemalt. Die Höhlenwanderung sollte ca. 1 Stunde dauern und man musste gegen den Strom (im meist knietiefen Wasser), die Höhle aufwärts klettern (es sei sicherer). Prinzipiell ging dies ganz gut, die Wände waren aus Kalkstein und das Wasser hatte die Höhle schon so ausgespült, dass man viele Orte zum festhalten hatte.

Nach 45 Minuten kamen wir an ein paar kleine Wasserfälle (etwa Mitte der Höhle), die aber leider größer waren als normalerweise, weil auch mehr Wasser durchfloss als sonst. Wir wussten es von Anfang an, wollten es aber trotzdem versuchen ;) Einen Wasserfall sind wir hochgeklettert. Aber gleich danach kamen noch mal zwei, und als Toby einen seiner Schuhe beim Hochkletterversuch verlor und die Strömung einfach zu stark war, beschlossen wir den langen Weg wieder zurück zu kehren. Dies ging zwar schneller, weil wir mit der Strömung gingen, aber man musste bei manchen größeren Stufen aufpassen, dass das Wasser einem die Beine nicht unter dem Körper wegriss. Auf dem Weg zurück verlor Toby noch seinen zweiten Schuh, und war dann nur in dicken Socken unterwegs... zum Glück waren die Füße eh taub, dass heißt es hat im ersten Moment nicht so den großen Unterschied gemacht (am nächsten Tag waren seine Füße dann erst mal geschwollen und taten weh).

Nach einer guten halben Stunde sahen wir wieder Tageslicht und waren sehr froh das kleine Abenteuer gut überstanden zu haben und ohne größere Zwischenfälle wieder aus der Höhle raus zu kommen. Auf dem Weg nach draußen fanden wir nach ein bisschen Suchen einen der Wasserschlappen und gleich danach den Nächsten – wir waren froh, dass wir sogar diese nicht mehr missen mussten. Es hat ziemlich lange gedauert, bis die Füße wieder das komplette Gefühl zurück hatten, aber nach einem heißen Tee, trockenen Klamotten ging es uns schon gleich viel besser und wir waren froh, dass wir uns getraut hatten :)

Jetzt ging es wieder Richtung Arthurs Pass. Auf dem Weg dorthin wollten wir unsere Mittagspause machen und man hat uns auch einen Aussichtspunkt dafür empfohlen. Als wir dort ankamen, hatten die Wolkenschicht sich zugezogen und wir sahen nichts – dafür begrüßten uns eine wilde Meute Keas (die einzigen Bergpapageien der Welt). Sie sind so intelligent wie Affen, und spielen auch gerne verrückt, bzw. versuchen neue Sachen aus. Weil Menschen sie oft gefüttert haben, sind sie ein bisschen „zu“ zutraulich geworden. Sie landen auf den Dächern der Autos, versuchen die Dichtungsgummis an den Türen raus zu ziehen und alles was locker oder nicht ganz fest ist, ab zu machen. Das haben sie auch beim gelben Kiwivan versucht, aber zum Glück ist der so alt und robust, dass sie nicht wirklich was erreicht haben und nach kurzer Zeit aufgaben und nur noch auf dem Dach und unseren Spiegeln verteilt waren. Wir genossen diese Vögel in der Freiheit zu sehen und zu erleben wie sie wirklich drauf sind – sie haben auf jeden Fall keine Angst vor Menschen :)

Wir haben uns dann doch einen anderen Ort zum Essen gesucht, nicht das sie noch zu uns ins Auto kommen ;)

Dort trafen wir dann mal wieder einen Weka, ein Vogel der auf den ersten Blick ein bisschen wie ein Kiwi aussieht, aber größer & frecher ist und nicht so einen langen Schnabel hat. Er hat auch ein bisschen den Charakter eines Entdeckers und ist paar mal um die Autos gegangen um eventuell bei seiner Erkundungstour was aufregendes oder essbares zu finden :)

Nachdem wir die Natur, die Vögel und unser Mittagessen genossen hatten, ging es dann über den Pass wieder Richtung Greymouth, wo wir auch schon mal waren und eigentlich in dem tollen Hostel „Global Village“ für 2 Wochen mithelfen wollten (dies aber nicht geklappt hat, weil sie schon genug Helfer hatten). Dort verbrachten wir dann unsere Nacht und genossen eine warme Dusche :)



Und hier noch ein Panorama:

Donnerstag, 21. April 2011

Unsere Zeit in Gisborne...

Nun ist sie vorbei, die Zeit in Gisborne wo wir über einen Monat Zuhause waren. Für uns war es eine gute Zeit da Mona und ich arbeiten konnten – Mona im Packhaus für Squash Kürbisse und ich Zuhause am Schreibtisch für meine Firma. In diesem Monat haben wir ein bisschen Geld sparen können um uns auf die Reise auf die Südinsel zu machen. Neben der Arbeit, war nicht so viel Zeit für größere Ausflüge, dennoch haben wir einige tolle Sachen erlebt. Zum Einen haben wir die wunderbare Gastfreundlichkeit von Rodger und Marylin Baty genossen, die uns jeden Montag zum Essen einluden. Mit ihnen haben wir bei leckeren Mahlzeiten viel gelacht und einige interessante und tiefe Gesprächen haben dürfen.

Auch durch und von John wurden wir gesegnet, in dessen Haus wir bis zu unserer Abreise wohnen durften. Eines Samstags hörten John und ich dass die Dampflok des Gisborne Eisenbahn Vereins unterwegs war, und so haben wir uns auf den Weg gemacht einen Blick zu erhaschen. An einer Eisenbahnkreuzung trafen wir dann den Zug und konnten den Zug auf seinem Rückweg über(!) das gisborner Flugfeld, durch den Bahnhof und über die Hafenmauer begleiten.

Am darauf folgenden Sonntag war Monas Geburtstag nach einen schnellen Frühstück und dem Gottesdienst (wo Mona als Geburtstagskind eine Schokolade bekam), sind wir dann aus der Stadt zu einem Weingut gefahren, welches aber leider wegen Erntearbeiten geschlossen war. So haben wir dann einen Kiwi Hain gefunden um ein Geburtstagspicknick mit Kuchen, Käse, Keksen, Kaffee und Früchten zu genießen. Danach haben wir beide noch einen schönen Spaziergang am Meer gemacht und Abends habe ich ein leckeres Chicken Curry für uns 4 gekocht und mit dem Film "Dirty Dancing", haben wir den Abend abgeschlossen.

Mona und Steffi haben bis Donnerstag gearbeitet und am letzten Arbeitstag wurde bis spät geschafft. Da Gisborne die erste Stadt ist, die das Morgenlicht sieht, wollten wir auch einmal dabei sein um zu sehen wie das so geht. Im dunklen sind wir also aufgestanden um auf einen nahe gelegenen Hügel zu fahren. Trotz Bewölkung konnten wir sehen wie die Sonne langsam ihren Weg bahnte und der Wechsel von Farben war schön anzusehen.

Gleich am Folgetag war Tobys Geburtstag... David uns Steffi hatten uns beiden zum Geburtstag einen besonderen Brunch geschenkt, womit sie uns morgens überraschten... so lecker! Anschließend hatte Mona eine Thermalquelle in der umliegenden Gegend gefunden und so sind wir beiden dann dort hin und haben ein heißes Bad im Regenwald genossen. Zum Abendessen hatte Mona selbst-gebackene Pizza vorbereitet, die auch wieder sehr lecker war. Als letzten Highlight sind wir 4 dann noch zum Irish Pub gegangen und haben ein Guinness bzw. Radler in netter Gesellschaft genossen.

Ein Sache die wir in Gisborne ausgiebig genossen haben, war das Boogieboarding (Wellenreiten auf einem Styroporbrett) – die Gegend ist wegen der Wellen unter Surfern beliebt und der Strand war nur ca. 5 Autominuten von unserer Haustüre entfernt. Mit unserem Kiwi Van erbten wir auch ein einfaches Boogieboard, welches jedoch aufgrund von Materialschwäche brach. Da Johns Sohn recht bekannter Surfer war, hatte er ein paar gute Boogieboards, die wir für den gesamten Zeitraum ausleihen durften. Somit waren wir sehr oft Abends noch im Wasser und vor allem die Jungs konnten nicht genug bekommen. Der eindrucksvollste Abend im Wasser war bei einem Sonnenuntergang mit aufgehenden Mond und leuchtenden Wolken die sich auch noch im Wasser spiegelten und uns in 360 Grad Panorama der Schönheit hüllte.

Und dann war sie vorbei, unsere Zeit in Gisborne. Für uns war es eine gute Zeit, aber wir waren auch froh endlich weiter zu ziehen... Hummeln im Hintern! Leider bekamen Steffi und ich am Tag unserer Reise einen Magendarminfekt, aber wir sind dann trotzdem losgefahren. Ziel war Napier und Hastings, zwei benachbarte Städte die bei einem Erdbeben in den 30er Jahren dem Erdbeben platt gemacht wurden und dann im zeitgenössischen Art Deco Stil wiederaufgebaut wurden. Manche Gebäude sahen richtig funky aus. Nach einer Nacht auf einem netten Campingplatz am Cape Kidnappers machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Tongariro alias Mount Doom, worüber euch Mona in Kürze berichten wird.

Freitag, 4. Februar 2011

Neuseeland – Ups, downs and yellow Kiwis

Als wir auf dem schönen Campingplatz in Paiha in der Bay of Islands waren, war die emotionale Stimmung ähnlich wie das Wetter – ein krasser Kontrast. Mona hatte leider ein dicke Grippe erwischt und es ging ihr nicht gut. Wenn man reist und somit kein festes Zuhause hat in welches man sich zurück ziehen kann um sich auszukurieren, ist das krank sein um so unangenehmer.

Zu allem Überdruss, gab mein Arbeitslaptop am Folgetag seinen Geist auf; nicht wegen der Flut sondern wegen eines Kurzschlusses auf dem Motherboard (nix gut). Da ich während der Zeit in Neuseeland für meine Firma in Berlin arbeite (nochmal ein dickes Dankeschön!), war der Rechnerausfall echt blöd und das Problem war so schwerwiegend, dass ich nichts machen konnte.

Als positives Gegengewicht, haben wir uns in der Zeit für den gelben Kiwi-Van entschieden. Die unverhoffte Begegnung mit dem Kiwi-Van beim Kauri-Wald, hat uns nicht mehr in Ruhe gelassen. Also haben wir den Autokauf mit dem niederländischen Pärchen beschlossen und abgemacht, dass die Übergabe am Samstag  stattfinden soll. Die Planung war sehr knapp, da Boaz und Bianca ihren Flug Samstagnacht hatten und wir aber erst am Samstagmittag in Auckland sein konnten.

Hinzu kam auch noch das Problem, dass einige Brücken wegen den Folgen des Zyklones gesperrt waren. Unserm Herrn sei Dank dass wir schließlich doch gut durchfahren konnten, wenn auch mit Stau. Zwischendurch sahen wir immer wieder die Folgen der Flut und ich fühlte mich an die Bilder aus Ostdeutschland vom vergangen Sommer erinnert. Das Timing war am Ende perfekt: unser Camper und der gelbe Kiwi-Van kamen nacheinander auf dem Gelände vom Ambury Farm Park in Auckland an. Wir wurden in die „Feinheiten“ unseres Kiwis eingewiesen, hatten ein nettes Gespräch und dann habe ich die beiden noch zum Flughafen gefahren.

Technische Daten?  
  • Nissan Vanette
  • Baujahr 1991
  • 192.000km
  • Benziner
  • 3 Sitzplätze
  • ein Doppelbett
  • 5 schwarz aufgemalte Kiwi-Vogel-Warnschilder
  • ein halbwegs gutes Soundsystem 
Mal ehrlich, die Karre würde in Deutschland vom TÜV bloß ausgelacht und sie hat ihre unangenehmen Besonderheiten, aber sie fährt gut und ist gemütlich. Doof ist dass sich das das Tagfahrlicht beim Blinken oder beim schließen der Seitentür anschaltet, sodass man immer schauen muss ob das Licht aus ist. Nachts drehen wir die Batterie ab, sodass wir nicht unbeabsichtigt die Umgebung beleuchten und unsere Batterie leersaugen. Ja, Kiwi-Van ist teilweise eine Schrottkarre, aber absolut Liebenswert! Mietet man einen Campingwagen in Neuseeland, so wird man richtig krass abgezockt; die Preise stehen in keinem Verhältnis zu Leistung.

Am Montag war Public Holiday und wir haben uns mal zusammen ein wenig Downtown Auckland und den Hafen angeschaut. Wegen einer Regatta, war da viel los. In der Ambury Farm haben wir uns Abends von Isi verabschiedet und am Dienstag haben sich David & Steffi schon mal auf dem Weg nach Te Puke gemacht, um die altersschwache Kuh abzugeben während wir mein Laptop in die Reparatur gegeben haben.

Das mit dem Laptop war echt stressig da es viel länger gedauert hat als erwartet. Da der Schaden irreparabel war, durfte ich mir ein neues Besorgen und dafür sind wir durch mehrere Geschäfte gerannt und habe mit dem Chef des Reparaturladens gerungen. Letztlich habe ich das Laptop von ihm gekauft, aber es war eine schwere Geburt. Letztlich sind wir dann erst Dienstag Nachmittag nach Te Puke gefahren, wo Mona und Steffi auf einer Kiwi Farm arbeiten werden (in der Pestbekämpfung).

Hier ist es echt schön und wir haben einen netten Campingplatz bekommen, wo wir Küche, Klos, Duschen, Ess-/Wohnzimmer und einen Pool haben. David ist jetzt eine Woche auf See da er für seine Bachelorarbeit den Tunfischfang dokumentieren möchte. Er hat einen netten Kapitän gefunden, der ihn mitnimmt; wir sind gespannt darauf was er zu berichten hat.

Die Mädels machen grade Lobpreis mit unser kleinen Reisegitarre während ich die letzten Zeilen schreibe. Wir grüßen euch ganz lieb und geben gerne ein bisschen Wärme an das kalte Deutschland ab :-)