Wir haben vor über drei Wochen den Tongariro Crossing gemacht – eine Eintagestour mit acht und halb Stunden wandern. Es war schon eher ein Alpintreck, nur das wir das Glück hatten, dass noch kein Schnee lag und wir strahlenden Sonnenschein hatten. Der Wind war zwischendurch sehr kühl aber die Sonne dann an manchen Stellen umso wärmender :)
Es wird schwer diesen Tag in Worte zu fassen, da die Bilder es viel besser beschreiben können. Aber ich möchte versuchen einfach die Eindrücke festzuhalten, die für mich den Tag und die Wanderung ausgemacht haben. Der Anfang ging für uns erst mal durch eine Art kleinwüchsigen Urwald, viele Treppen und einen starken Anstieg. Nach 1-2 Stunden ging es dann ein bisschen ebener aber klar immer noch im Anstieg durch eine Buschlandschaft, auf einmal hatte man schon einen großartigen Ausblick auf die umliegenden Berge, Vulkane und Seen. Es ging immer weiter den Berg hoch, zwischendurch sah man Öffnungen im Berg wo Rauch aufstieg und es stark nach Schwefel roch. Es war relativ oft so, dass wenn man über einen Bergkamm ging oder um die Ecke bog sich gleich die Landschaft schon wieder etwas veränderte. Nach einer Pause bei einer Hütte wo wir unsere Trinkflaschen auffüllen konnten und ein bisschen verschnaufen konnten, ging es weiter. Nun ging es durch einen Hang der voller grüner und goldgelber Grassbüschel war – das sah echt so toll aus, in der Schlucht ein Bächlein mit einer Brücke und dann wieder Bergauf :)
Als wir relativ weit oben waren, wurde es dann auch karger und Steiniger. Wir kamen zu einer Blauen Lagune die dem Himmel mit ihrem Blau ganz schön nahe kam. Was ich nicht erwartet hatte war, dass zwischen den Bergen riesige Ebenen waren wo nur Lavagestein herum lag und riesige Flächen an Lavafeldern zu sehen waren. Kurz nach der blauen Lagune kam der härteste Anstieg, man wurde nochmal belohnt mit Blick auf zwei Smaragdgrüne Lagunen aber dann ging es so steil ein Geröllberg hoch, dass man oft das Gefühl hatte gleich wieder nach hinten zu kippen. Einen Schritt hoch und einen halben wieder abrutschen... aber endlich oben angekommen war es ein tolles Gefühl runter zu schauen und zu sehen was wir erklommen hatten.
Kurz darauf haben wir uns einen Ort gesucht um die Mittagspause zu genießen. Es gab einige Grasbüschel auf dem Boden und umringt von Vulkanen, neben uns der Mount Doom von Herr der Ringe, fühlten wir uns beim Picknick wie Frodo und seine Gefährten die erst mal das schwerste geschafft hatten. Nun ging es endlich wieder Berg-runter. Bald kam eine Riesenebene die mich total an Lucky Luke erinnerte – eine Wüstenartige Steppe wo er jeden Moment an mir hätte vorbei galoppieren können. Wir kamen noch paar mal an gigantischen Kratern vorbei, die oxidierte Lava hatten und dadurch total viele Farben hatten – wir konnten uns kaum satt sehen.
Durch die Mondlandschaft ging es dann immer weiter Vulkan-abwärts und wir kamen zu einem Schild wo draufstand was man machen sollte, falls der Vulkan anfängt auszubrechen: Rennen! :) Und wenn möglich nicht in ein Tal wo gleich das Lava durchfließt – leichter gesagt als getan ;)
Langsam wurde es immer grüner und man konnte richtig sehen, wie langsam wieder Leben in die Erde kommt – kleine Rinnsale die zu kleinen Flüssen werden und dann irgendwo mal ein Wasserfall. Es wächst Moos und Gras und später dann auch ein paar Büsche. Irgendwie schön zu sehen, wie sich die Natur wieder erholt und neu entsteht. Das war eigentlich schon alles für den Tag – abends hatten wir noch einen tollen Sonnenuntergang, als wir zu viert im Kiwi Van zum anderen Parkplatz gefahren sind, wo das andere Auto geparkt war. Es war ein sehr schöner Tag, auch wenn wir körperlich nicht alle so fit waren, ich selber mal ausgerutscht bin und mir das halbe Bein oberflächlich zerkratz habe – aber es war alles nicht so wild und wir haben die anstrengende aber wunderschöne Wanderung gut überstanden. Die wunderbare Sicht oben, zwischen den Vulkanen, hat alle Anstrengungen belohnt!
Panorama beim Höhepunkt des Tongariro Alpine Crossings
