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Mittwoch, 30. Juli 2014

Böhmische und Sächsische Schweiz

Das Gebiet wo ich mittlerweile am öftesten gewandert bin und jedes mal neue Schönheiten entdecke, ist die Sächsische Schweiz. Dieses Mal waren wir zu viert - mein Schwager Samy, mein Bruder David und mein Kumpel David - zusammen haben wir sowohl Sächsische (Deutschland) als auch die Böhmische Schweiz (Tschechien) unsicher gemacht.

Die erste Nacht durften wir bei Sylvia in Dresden nächtigen um uns dann auf den Weg zu den sieben Zwergen nach Hinterhermsdorf zu machen. Entlang der Kirnitsch sind wir, mit kurzer Badepause im kühlen Nass, bei bestem Wetter über die offene Grenze nach Tschechien gewandert. Da dort Boofen (freiübernachten) illegal ist, haben wir auf dem Campingplatz in Mezni Louka ein Zelt mit unseren Planen und Seilen improvisiert.

Am Samstag sind wir dann den schönen Weg zum Prebischtor gewandert und die tolle alte Baude am Tor bestaunt und dort ein Bier getrunken. Im Gegensatz zum Rest unserer Wanderung, waren viele Menschen aller Altersklassen dort unterwegs und ein freundlicher Tscheche hat meinen Bruder auf einen Schnaps eingeladen. Wie das genau lief müsst ihr ihn fragen :-D

Über die grüne Grenze sind wir dann zurück nach Deutschland gewandert und haben dort, in guter alter Tradition, im Zeughaus unsere Wasservorräte aufgefüllt und ein leckeres Lammsbräu genossen. Ganz in der Nähe vom Zeughaus gibt es ein paar nette Boofen, wovon wir die am Kanstein genommen haben. Dort hatte ich meine erste Nacht in der Sächsischen Schweiz verbracht als Moritz, Katrin und Steffi mit mir vor 6 Jahren dort waren.

Aus Wanderung Elbsandsteingebirge damals im Jahr 2008
Mit sehr netten Nachbarn haben wir dort Aussicht, Gemeinschaft und eine gute Camping-Mahlzeit genossen. Die Sternklare Nacht, die Stille, das dunkle Panorama und das Wetterleuchten am Himmel kann kein Hotel der Welt bieten und überbietet jeden Comfort-Abstrich und Muskelkater den man durch das Wandern hinnehmen muss. In der Wildnis wird man sich der Relation von Mensch zum Rest der Schöpfung bewusst, wenn man dies sucht, findet man ein Übermass der Kreativität Gottes.

Am Sonntag sind wir Schweißgebadet Hügel runter und hoch gewandert um schließlich gediegen auf dem Pohlhorn bei toller Aussicht Mittag zu essen. Nach einem strammen Marsch und einer sportlichen Autofahrt haben wir den Fernbus in Dresden pünktlich erreicht und uns herzlich verabschiedet. Jetzt ist der Outdoor-Hunger vorerst ein bisschen gestillt und mit vielen Bildern und Eindrücken sind wir nach Hause zurückgekehrt. Hier sind die Bilder von unserem Abenteuer:

Sonntag, 1. September 2013

Bilder aus Botswana

Ehm, die Reise ist jetzt schon fast wieder ein halbes Jahr her, aber ich hatte in meiner ToDo Liste immer noch den Punkt die Bilder unserer Zeit in Botswana auch hoch zu laden. Da ich für den letzten Artikel eh am PC saß, habe ich diese Bilder auch hoch geladen. Mit wenig Worten umkleidet, lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen:

Wandern in der Sächsischen Schweiz

Um mal wieder ein bisschen Bergluft und Abenteuer zu schnuppern, sind meine Bruder David, meinen beiden Schwager Samy & Benji und ich in der Sächsischen Schweiz wandern & boofen gegangen. Dies ist nun mein drittes Mal gewesen, jedoch gab es wieder eine ganze Menge neuer Orte und Eindrücke welche neu waren. Besonders toll war das Wetter - den einzigen Regen hatten wir während einer Nacht, wo wir aber die Boofe mit einer Plane vorsorglich abgedichtet hatten.

Nebst einem Wespenstich, haben wir keine Verletzungen zu beklagen und wir hatten sehr viel Spass auf der Tour und die Gruppenstärke von vier ist auch sehr praktisch (größere Gruppen sing logistisch schwierig). In der Sächsischen Schweiz hat man das Gefühl in dem Deutschland zu sein wo noch nicht alles abgesichert und entschärft ist - es gibt genug potenzial für Adrenalin und der Volkssport Boofen sorgt für viel Spass. Damit das so bleibt, sollten sich alle Besucher an den Leitsatz halten, welchen wir in Neuseeland gelernt haben:

Take nothing but pictures leave nothing but footprints, kill nothing but time

Viel Spass beim Anschauen der Bilder!

Samstag, 11. Mai 2013

Bilder von der ersten Woche in Südafrika

Da wir jetzt endlich dazu kommen die Bilder zu sortieren, habe ich in einem Zuge eine Auswahl von Bildern der ersten Woche in Südafrika hochgeladen. Wer Text dazu haben möchte, findet diesen in den zwei Blog Artikeln Ona und Obi fliegen mit Ufthansa nach Ohannesburg und Sani Pass, Ostküste und J'Burg. Viel Spass beim Anschauen! 

Sonntag, 13. Mai 2012

Salar de Uyuni

Vor ein paar Tagen waren wir in der höchstgelegenen (3.653m) und größten (10.000km²) Salzwüste der Welt, der Salar de Uyuni. Faszinierend war die schier unendliche Weite der Landschaft - nur in der Ferne war hier und dort ein vulkanischer Berg in der Ferne auszumachen.

Der unflexible und harte Boden bestand aus reinem Salz, welches getrocknet und mit Jod angereichert, einfach so verpackt und verkauft wird. Trotz des gleißenden Lichtes, welches ein Abnehmen der Sonnenbrille unmöglich gemacht hat, war es verhältnismäßig kühl und windig. Wir haben die ungewöhnliche Landschaft benutzt um ein paar lustige Bilder zu machen - viel Spass beim Anschauen!

Dienstag, 8. Mai 2012

Bilder vom Machu Picchu

Das Ereignis ist zwar schon ein paar Tage her, aber wir wollten noch die Bilder von unserem Machu Picchu Besuch mit euch teilen. Dies war bis jetzt mit Abstand das beste Erlebnis auf dieser Reise und hat all unsere Erwartungen übertroffen.

Da wir aufgrund von Streiks in La Paz wo die Straßen blockiert werden, schon um zwei Uhr los fahren müssen, halte ich diesen Eintrag nur kurz. Es demonstrieren die Verkehrsunternehmen (friedlich) und blockieren die Strassen mit ihren Bussen, sodass wir die Nacht nutzen müssen um freie Straßen zu haben... das autofreie La Paz war echt cool heute da die Stadt verkehrstechnisch sonst aus allen Nähten platzt.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Unser erster Hochzeitstag

Ehm, die Bilder sind nicht mehr ganz frisch da sie von unserem ersten Hochzeitstag vom vergangenen August sind. :-) Hatte sie vor längerer Zeit mal bei Picasa hochgeladen aber noch keinen Blog Eintrag zu geschrieben - aber im Urlaub hat man mal Zeit für solche Sachen.

Kurz zusammengefasst: Samstagmorgen sind wir frühs nach Paris geflogen, haben ein wenig die Stadt angeschaut, haben dann ins Hotel in Crimée eingecheckt und Schlaf nachgeholt. Abends ein Picknick am Eifelturm und eine gemütliche Nacht im Hotel. Am folgenden Tag haben wir uns noch Montmatre angeschaut und sind Abends nach Berlin zurück geflogen.

War ein toller Kurzurlaub und ein schönes Event um unseren Hochzeitstag zu feiern. Hier noch die Bilder:

Dienstag, 24. Januar 2012

Burg Hohenzollern

Auf unserer Reise durch den Süden deutschlands und die Schweiz, haben wir von Tübingen aus einen Ausflug zur Burg Hohenzollern gemacht. Die Burg, die anders als die Berliner Schlösser, noch in Besitz der Hohenzollern Familie ist, hat uns echt fasziniert. Es hat uns überrascht dass wir im tiefsten Schwaben ein preussisches Monument besichtigen konnten - aber am besten war die Schönheit des Kastells. Wir hatten eine schöne Zeit dort und haben viele Bilder gemacht, die ihr euch hier anschauen könnt.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Tonga – Paradies auf zweiten Blick

Nach einem ereignislosem Flug über den pazifischen Ozean, landeten wir in Nuku'alofa und wurden von der willkommenen schwülen Wärme empfangen. Wir merkten gleich den Unterschied zum Flughafen Auckland, nicht nur die Temperatur war anders, sondern auch die Beamten entspannter und ein wenig afrikanisch. Recht ernüchternd war die Fahrt zu unserer Unterkunft, Tonis Guesthouse, da die Straßen und Dörfer dreckig und baufällig waren – das letzte Stück Dreckstrasse wäre ich nicht ohne Allradwagen gefahren, aber unser Fahrer Peter fuhr unseren Minibus sicher bis zum Ziel. Anders als erwartet, lag Tonis Guesthouse weder an einem idyllischen Strand noch in Stadtnähe, sondern in einem der benachbarten Dörfer. Auch der Zustand unseres Zimmer war recht primitiv aber nach ein paar Minuten wurden wir wieder aus dem Zimmer geholt und in ein schöneres Zimmer in einem anderen Haus verlegt (das erste Zimmer war für andere Gäste reserviert). Nach einer kurzen Pause, fuhren wir mit dem Shuttle in die Stadt, die auch ziemlich herunterkommen aussah. Der erste Tag war also ein wenig schockierend und unsere Erwartung vom Inselparadies wurde nicht wirklich erfüllt.

Dann aber kam Tag 2, an dem wir Tonis Inseltour buchten und mit Peter und einem neuseeländischem Ehepaar über die Insel tuckerten. Erst die beeindruckenden Blowholes, wo mit jeder Welle die Gischt in die Luft sprühte, dann sahen wir eine Frau die einen Tapa* herstellte, aßen Fish & Chips zum Mittag und besuchten anschließend eine Tropfsteinhöhle, in der wir schwimmen konnten. Das Wasser war glasklar und türkisblau, ging mehrere Meter tief, um uns herum die Tropfsteinsäulen und über uns schwirrten die Fledermäuse. Das war eindeutig das Highlight des Tages! Interessant waren die Landing Sites von Captain Cook* und die der ersten Missionare, wo die Europäer mit ihren Schiffen anlegten. Anschließend schauten wir uns noch eine Stonehenge-artige Steinbrücke und ein paar Gräber an. Während dieser Zeit freundeten wir uns mit Richard & Melanie an, die auch Christen sind und Pilot & Ärztin sind – und sehr sympathisch! Sie erzählten dass sie Abends zu einem Feast gehen wollten; ein Kulturabend mit viel zu essen.  Wir entschieden uns also auch dafür und bereuen diese Entscheidung nicht.

An einem Strand mit Höhle gelegen, kamen 240 Gäste, darunter viele Tonganer und der Premierminister, zusammen und setzten sich in den Pavillon. Zu Essen gab es allerlei tonganische Spezialitäten, darunter: Schwein am Spieß, frischer roher Fisch (lecker!), Muscheln, Seegurke, Süßkartoffeln, Maniok, Corned Beef in grünen Blatt und Meeregewächs. Bis auf die Seegurke, hat alles lecker geschmeckt und wir bekamen einen Einblick in die tonganische Esskultur -  und wir bekamen keine Magenprobleme! Im Anschluss wurden tonganische Tänze in der Höhle aufgeführt, die Männer tanzten aggressiv und tobten rum während die Frauen mit sanften, grazilen Bewegungen tanzten (kein aufreizendes Hüftschaukeln ;). Der Chef des Ladens erzählte dabei ein paar interessante Dinge und rief am Ende die Feuertänzer auf, die echt gut waren.

Am Tag darauf fanden wir das ersehnte Inselparadies! Mit Richard & Melanie fuhren wir 10 Minuten mit der Fähre zu der nahegelegenen kleinen Insel Pangaimotu. Diese hat einen schönen Strand, kann in einer halben Stunde zu Fuß umrundet werden, hat ein leckeres Restaurant und ein versunkenes Schiffswrack, dessen Bug noch senkrecht aus dem Wasser ragt. Dort haben wir uns entspannen können und haben einige bunte Fische beim schnorcheln gesehen. Oh, und das Essen dort war so lecker - es gab Fischburger, Fritten, Salat und einer Trink-Kokusnuss! Wir fanden die kleine Insel so schön, dass wir insgesamt vier Mal da waren.

Sonntags fährt eine Fähre auf die Insel Royal Sunset/Atata und es wird dort ein Buffet angeboten, also entschieden wir uns dafür. Man muss dabei sagen dass Sonntags wirklich nichts geöffnet hat, auch nicht die Kaffees oder Restaurants. Die Insel und das dazugehörige Ressort waren zwar schön, aber dadurch dass auf der Insel auch ein kleines Dorf ist, war der Strand hinter dem Ressort ganz schön zugemüllt. Mona ist mit einer Gruppe zu einem Riff gefahren, wo sie schnorcheln war und dort viel sah. Tags darauf fuhren wir auch noch zur Insel Fafa, wo Deutsche ein Ressort besitzen und dieses entsprechend gut pflegen. Just am selben Tag sollte eine Hochzeit von einem älteren Pärchen aus Neuseeland stattfinden und so waren der Pastor und seine zwei Kids mit in unserem Boot. Strand und schnorcheln waren toll und irgendwann begegneten wir den zwei Pastorenkids, die uns ein bisschen das Inselchen zeigten und cool drauf waren. Hinterher sahen wir auch noch den Ausklang der Hochzeitszeremonie und schon war die Zeit vorbei.

Donnerstag sollte dann der Flug nach Auckland gehen, doch kurzerhand erfuhren wir dass dieser wegen der chilenischen Aschewolke gestrichen war. Um sicher zu sein dass wir nichts verpassen, fuhren wir trotzdem zum Flughafen und redeten mit den Sachbearbeitern. Ein Flug mit Air New Zealand (die trotzdem flogen) wäre viel zu teuer gewesen und unser Kiwi-Van stand auf dem Flughafenparkplatz in Auckland und kostete Geld. Nach langem Gerede sagten sie, dass wir in einem Hotel untergebracht würden. Das Dateline Hotel war mal das Beste der Stadt, aber das war vor langer Zeit. Heute besitzen es Asiaten, die es haben herunterkommen lassen und, trotz hoher Preise, nicht so nett wie Tonis ist. Wir waren jedoch dankbar dass wir dies nicht bezahlen mussten und genossen noch ein paar Tage im Paradies.

Und dann kam Sonntag: wir entschieden uns für die Kirche in die auch der König, George Topou V, geht und genossen die tolle Musik. Wir hatten lebhafte Chöre wie in Afrika erwartet, es glich aber eher der Musik der Westminster Cathedral – mit Blasorchester und melodisch sehr vielfältig. Von der Predigt (auf Tonganisch) verstanden wir nicht so viel – war aber eine tolle Erfahrung! Hier kannst du dir eine Aufnahme der Musik anhören (sorry, Qualität ist nicht so toll):

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Abends übernachteten wir noch mal bei Tonis, da Pacific Blue nur drei der vier Nächte zahlte. Bei unserem vierten Besuch auf der Insel Pangaimotu, bekamen wir die Nachricht dass der Flug am Abend wieder storniert sei, diesmal wegen einer technischen Panne, wir waren echt genervt. Toni fuhr uns gleich zum Büro von Pacific Blue mit dem Ergebnis, dass unsere Nacht bei Tonis bezahlt wurde und wir ein Essen sogar dazu bekamen – das machte dann alles wieder gut und am kommenden Tag flogen wir dann glücklicherweise nach Auckland.

In Auckland kamen wir ohne Probleme durch die Passkontrolle und gingen durch Biosecurity. Wegen der gefährdeten endemischen Planzen-/Tierarten und der Landwirtschaft, dürfen keine Nahrungsmittel oder Tierprodukte undeklariert mitgeführt werden. Da wir Essen und Souvenirs dabei hatten, gaben wir alles an und gingen brav zur Durchsuchung – alles ging gut. Dann kam der letzte Check mit Röntgengerät, wo ein vergessener Apfel in Monas Tasche entdeckt wurde. Am Schalter eines Beamten wurde uns gesagt dass wir $400 (€220) Strafe zahlen müssten da wir den Staat betrogen hätten (die sind echt knallhart). Mona erklärte unter Tränen dass dies ein Versehen war und dass wir doch Essensbesitz auf unserer Karte angekreuzt hätten – nach langem Hin und Her beließ er es bei einer schriftlichen Verwarnung. Zugleich dankbar und angenervt gingen wir zu unserem Kiwi-Van, in den niemand eingebrochen war und sich auch starten lies.

Noch ein paar Dinge die uns über die Tonganer aufgefallen sind: sie sind sehr freundlich und offenherzig! Mit dem einheimischen Personal bei Tonis haben wir uns sehr gut verstanden. Sehr positiv fand ich, dass man auf dem Markt allein gelassen wird – in Malawi versammelt sich eine Traube Menschen um einen herum, bevor man den Markt überhaupt erreicht hat. Auf Tonga werden gelassen die Produkte angeboten und einem nicht aufgedrängt. Die Tonganer haben sehr starke Familienwerte – Eltern dürfen bis ins hohe Alter noch ihre Kinder schlagen uns sich Respekt einfordern. Auch sind sie keine Arbeitstiere... ein bisschen arbeiten reicht und dann kann entspannt werden. Leider ist dies sehr in der Infrastruktur und Wirtschaft des Landes sichtbar und es muss schwierig sein wenn man Projekte dort durchführen will. Die Chinesen kommen einfach mit ihren Bautrupps und verbessern die Infrastruktur – da der Staat keine Verträge schließt, bleiben die Resultate in chinesischem Besitz. Von der Ernährung her gilt: Big is Beautiful; das gilt für beide Geschlechter. Mit schlechter Ernährung und Bewegungsmangel einher gehen gesundheitliche Probleme, die häufig vorkommen. Für uns war die Zeit auf Tonga bereichernd und entspannend, aber nach knapp zwei Wochen waren wir glücklich wieder in Auckland zu sein.



  • Tapa: Meter-langer papyrus-ähnlicher Stoff der aus Maulbeerholz-fasern hergestellt und anschließend bemalt wird. Er wird zu Hochzeiten oder Beerdigungen verschenkt und ist kulturell tief verankert. Wer keinen im Haus bereit hat, gilt als arm.
  • Corned Beef: Geliertes Rindfleisch in der Dose – einst durch Engländer verbreitet, ist es jetzt eines der Lieblingsessen der Tonganer. Man sieht die rot-gelben Dosen in jedem Miniladen stehen.
  • Captain Cook: Wäre fast in Tonga draufgegangen. Ein Fest wurde veranstaltet um ihn und seine Crew dabei zu killen. Wegen einer Streitigkeit zwischen dem Häuptling und seinen Männern, wurde der Plan nicht ausgeführt und Cook war beeindruckt über die Freundlichkeit der Einheimischen. :-)

Samstag, 25. Juni 2011

Netter Aal und ein Brautschleier

Tja, irgendwann auf der Reise hatten wir uns eine Liste von Dingen gemacht, die wir hier noch erleben möchten - nebst Paua Muschel essen und Possum sehen, wollten wir auch in eine Glühwürmchen Höhle gehen. Der prominenteste Ort hierfür sind die Waitomo Caves, ein riesiges Areal mit über 300 erfassten Kalksteinhöhlen. Hier gibt es diverse Anbieter verschiedenster Höhlem-Touren mit verschiedenen Schwerpunkten - von Seniorengerecht bis Adrenalingeladen ist alles dabei. Wir entschieden uns für die Rock, Rap'n Raft Tour, welche 5 Stunden dauert und Abseiling, Caving, Rafting, Glühwürmchen und Klettern beinhaltet – und das zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Nach einer Nacht in einem nahegelegenen Hostel, erschienen wir früh zur ersten Tour wo wir mit zwei netten Schweden und unserem Guide Marc zu den Umkleidekabinen fuhren. Dort angekommen, bekamen wir einen Neoprenanzug, Helm mit Stirnlampe, Gummistiefel, Sicherungsgurte und pinke Hosen zum Schutz des Neoprens (schick!). Die Ausrüstung war viel besser als was wir für unser Abenteuer am Cave Stream hatten, aber wir fühlten uns jetzt beim zweiten Mal sicherer als wenn dies unsere erste Höhle gewesen wäre.

Nach einer kurzen Einweisung ins Abseilen, wurden wir an den Höhlenrand geführt und dann durften wir uns, einer nach dem nächsten, ins Seil hängen und langsam die 28m herab gleiten. Das war schon ein bisschen aufregend, aber auch ein tolles Gefühl! Um uns herum die glatten Felswände, oben der grün bewachsene Rand und unter uns der rauschende Fluss. Unten angekommen, bekam jeder einen aufgeblasenen Reifen-Schlauch und so marschierten wir Flussaufwärts. Zwei Mal „durften“ wir uns durch enge Durchgänge zwängen um zu erleben wie sich echtes Höhlen-klettern anfühlt. Nichts für den trophobischen Klaus! An einer Stelle hieß es dann Lampen ausschalten: Marc machte ein lautes Geräusch um die Glühwürmchen zu motivieren und so standen wir staunend unter einem bläulich schimmernden Sternenhimmel! (Hier kann man ein bisschen mehr über die Glühwürmchen lesen)

Schließlich kamen wir an das Ende der Höhle, wo der Fluss aus einem gefluteten Tunnel in die Höhle fließt. Marc sagte uns dass auf der anderen Seite des Tunnels bald die Szene des Hobbits gedreht wird, wo Bilbo auf Gollum trifft und ihm den Ring abnimmt. Jedenfalls setzten wir uns in die Reifen und ließen uns einen ganzen Weg zurück treiben. An einer Stelle machte Marc Halt, da wir einen kleinen Umweg in die Matschhöhle machen sollten. Der Weg dorthin war eine Rutschpartie und am Ende gelangten wir in ein tieferes Becken, wo am auf der gegenüberliegenden Seite eine 3m hohe natürliche Rutsche ist. Diese kletterten wir hoch, gruben zwei Klumpen Matsch aus der Wand und benutzten diese als Schlitten um in den Pool zu rutschen. Funky!

Als wir aus der Matschhöhle zurückkehrten, trafen wir den freundlichen Aal, der neugierig die Besucher beschnuppert und sich von ihnen streicheln lässt. So was haben wir noch nie gesehen! Mehrere Minuten chillte er bei uns und erließ alles Gehätschel von uns in Gemütsruhe über sich ergehen! Bis jetzt waren mir Aale sehr unsympathisch, aber diese Begegnung hat meine Einstellung verändert.

Dann ging es in den Schläuchen immer weiter Flussabwärts, am Einstiegspunkt vorbei, bis wir an einen Punkt kamen, wo die Strömung zu stark wurde. So gingen wir wieder zurück, machten eine kleine Teepause und gingen zum Einstiegspunkt zurück. Dort legten wir wieder unsere Sicherungsgurte an und kletterten eine 20m hohe Felswand wieder hoch, duschten warm und fuhren zum Büro zurück, wo wir noch eine Tasse Suppe und die Bilder der Tour bekamen (Marc hatte fleißig mit einer Wasserdichten Kamera fotografiert).

Mit den Schweden fuhren wir weiter zu einem Wasserfall in der Nähe, wo wir zwei deutschen Jungs begegneten, die wir auf der Südinsel und auch im Te Papa in Wellington schon getroffen hatten (Regel: in NZ trifft man sich als Touri mindestens zwei Mal ;). Zusammen schauten wir uns den ersten der großen Wasserfälle und dann den Eingang zur Periperi Cave an.

Kurzerhand entschieden die Schweden und wir dass wir in dem Ort Kawhia übernachten wollten und suchten uns dort einen zentralen Platz neben dem Museum und bei Toiletten aus. Wir kochten zusammen und als wir die ersten Bissen im Mund haben, dröhnt eine ohrenbetäubende Sirene neben uns los. Wir bekamen Panik da wir nicht wussten was das zu heißen hatte... Falschalarm, Einbrecher, Feuer, Tsunami? Aber es blieb alles ruhig (abgesehen von uns) und in der Nacht trat das Phänomen zum Glück nicht noch einmal auf. Erst in Tonga erfuhren wir von zwei Kiwis, dass dies die Sirene für die Freiwillige Feuerwehr war (hätte ich wissen müssen, mein Opa war doch bei der FF!). Kurz vor Abfahrt trafen wir die beiden deutschen Jungs wieder und dann schauten wir uns noch den faszinierenden Bridal Veil (Brautschleier) Wasserfall an. Dort trafen wir wieder die deutschen Jungs – zum letzten Mal :-)

Dann musste es auch schnell gehen weil wir nach Auckland mussten um früh morgens unseren Flug nach Tonga zu erwischen.

Weta Cave und die Vergessene Welt

Nach unserer verspäteten Ankunft in Wellington wollten wir es eigentlich zum Catchpool Valley Park schaffen, wo wir schon mit Steffi & David gecampt hatten, aber leider waren die Tore dort schon geschlossen. Der Park befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite Wellingtons im Zipfel der großen Bucht und hat einen schönen DOC Campingplatz mit warmen Duschen und einer Kochhütte – Mona hat dort nachts schon einen Kiwi-Vogel gesehen. Da die Strecke von dort nach Wellington recht weit ist, sind wir die Straße weiter gefahren und haben einen netten Platz zum Freedom Camping gefunden. Zum Frühstück sind wir dann doch noch in den Catchpool Park gefahren und anschließend haben wir uns noch einmal das phantastische Museum Te Papa angeschaut - wir haben immer noch nicht alles gesehen.

Das Museum mit kostenlosem Eintritt bietet viel Information über Geschichte Neuseelands und den Einfluss der Menschen auf das Land; interaktive Gegenstände und unterhaltsame Medienbeiträge lassen keine Langeweile aufkommen und helfen einem in die Geschichte einzutauchen. Statt der geplanten 2–3 Stunden, verbrachten wir dann doch den Großteil des Tages im Te Papa.

Nach einer Nacht auf einem Campingplatz, haben wir uns das kleine Museum des Weta Workshops angeschaut. Weta wurde von Peter Jackson mit aufgebaut und ist für Requisiten und Digitaleffekte zuständig. Bekannt wurden sie durch Herr der Ringe, wofür sie die Charaktere schufen, bekleideten und animierten. Auch bei Avatar, Narnia und District 9 waren sie beteiligt und momentan ist der Hobbit in Produktion. Ein Besuch in der Weta Cave lohnt sich sehr, mitunter weil der Eintritt kostenlos ist und ein sehr interessantes Video zur Einführung gezeigt wird. Auf der Fahrt gen Norden, haben wir uns auch noch den Drehort von Rivendell angeschaut, viel war jedoch nicht zu sehen. Natürlich können die Bühnenbildner nicht die Requisiten in Parks rumstehen lassen, daher sieht man nur die Natur drumherum.

Als es dunkel wurde, suchten wir uns einen netten Campingplatz und fuhren am nächsten Morgen nach Wanganui - die Hauptstadt der Glasbläser Zunft. Eine der Werkstätten hatte eine Zuschauer-Ebene, wo wir den Künstlern auf die Finger... ehm... Handschuhe schauen durften. Aus logistischen und finanziellen Gründen haben wir dort das schöne Produktsortiment Anderen überlassen ;-) Nebenan war auch die Werkstatt einer Mosaik Künstlerin die uns ein paar Tips gegeben und Mona inspiriert hat – vielleicht bastelt Mona in Deutschland mit Mosaik. Auch das Museum über die Restaurierung eines alten Schaufelraddampfers und einer historischen Straßenbahn waren interessant.

An der Westküste Neuseelands gibt es einen perfekt geformten Vulkankegel der Mount Taranaki bzw. Mount Egmont heißt - diesen wollten wir mit dem Van umrunden um ihn in seiner vollen Pracht zu bewundern. Auf dem Weg dorthin sahen wir den Berg im wunderschönen Sonnenuntergang leuchten, dies war jedoch das letzte Mal dass wir ihn sahen da er sich am nächsten Tag zwischen den Wolken versteckte. Von einer anderen Backpackerin hatten wir gehört, dass man neben dem Leuchtturm am Mount Egmont gut campen könnte und so versuchten wir diesen zu finden. Irgendwann kamen wir an eine Dreckstrasse, die ein wenig nach Privatweg aussah aber in die richtige Richtung führte. Als wir am Bauernhof vorbei fuhren, beobachtete uns eine alte Dame aus dem Fenster doch nachdem wir den Melkstall passiert hatten, erreichten wir glücklicherweise die richtige Straße mit dem Leuchtturm. Dort brauste das Meer in der Dunkelheit und der starke Wind schaukelte unsere Behausung - nur der Strahl des Leuchtturms unterbrach die mondlose Nacht. Um 3 Uhr morgens wachte Toby auf mit der festen Überzeugung, dass ein Auto uns anleuchte und wir Stress bekommen würden aber Mona versuchte zu beruhigen indem sie sagte dass dies der Leuchtturm sei - das sah Toby dann irgendwann ein und ließ sich beruhigen. Unser Fazit: man kann dort gut Campen solange der Wind nicht so fegt da man sonst unruhig schläft.

Unser Ziel des Tages war die Forgotten World Highway zu fahren; eine Inlands-Strecke durch etwas wildes Terrain. Bevor die Straße geteert wurde, war die Strecke eine schlammige Herausforderung für Mensch und Tier. Eine Teilstreck ist immer noch nicht geteert jedoch in gutem Zustand. Immer wieder stehen Infotafeln am Wegesrand und klären über die Vergangenheit auf. Die Strecke hat sich gelohnt da es einige Kuriositäten und spannende Dinge zu sehen gibt... z.B. Mt Damper Wasserfall und ein Dorf die sich als eigene Republik versteht.

Ein/zwei Tage zuvor hatten wir eine SMS von den Batys aus Gisborne bekommen, die uns fragten ob wir in der Nähe von Rotorua wären - unglaubliches Timing! Nach einem erfrischendem Gottesdienst bei der Calvary Chapel Rotorua, trafen wir uns mit Rodger und Marilyn und ihren zwei Enkeln zum Spazieren. Prompt luden sie uns in ihre Batch (Ferienwohnung) ein und wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen! Ihre Liebe und Großzügigkeit ist uns immer wieder ein Vorbild. Rodger hat sich dabei mal den Motor vom Kiwi Van angesehen und mit einer Mutter die Dichtung unseres Auspuffrohrs verschlossen sodass das Auto leiser ist. War toll zu hören dass ein Experte sagt, dass der Motor in einem guten Zustand ist!

Nach Rotorua waren wir in Waitomo, doch darüber berichtet wir im nächsten Blogeintrag.

Donnerstag, 21. April 2011

Unsere Zeit in Gisborne...

Nun ist sie vorbei, die Zeit in Gisborne wo wir über einen Monat Zuhause waren. Für uns war es eine gute Zeit da Mona und ich arbeiten konnten – Mona im Packhaus für Squash Kürbisse und ich Zuhause am Schreibtisch für meine Firma. In diesem Monat haben wir ein bisschen Geld sparen können um uns auf die Reise auf die Südinsel zu machen. Neben der Arbeit, war nicht so viel Zeit für größere Ausflüge, dennoch haben wir einige tolle Sachen erlebt. Zum Einen haben wir die wunderbare Gastfreundlichkeit von Rodger und Marylin Baty genossen, die uns jeden Montag zum Essen einluden. Mit ihnen haben wir bei leckeren Mahlzeiten viel gelacht und einige interessante und tiefe Gesprächen haben dürfen.

Auch durch und von John wurden wir gesegnet, in dessen Haus wir bis zu unserer Abreise wohnen durften. Eines Samstags hörten John und ich dass die Dampflok des Gisborne Eisenbahn Vereins unterwegs war, und so haben wir uns auf den Weg gemacht einen Blick zu erhaschen. An einer Eisenbahnkreuzung trafen wir dann den Zug und konnten den Zug auf seinem Rückweg über(!) das gisborner Flugfeld, durch den Bahnhof und über die Hafenmauer begleiten.

Am darauf folgenden Sonntag war Monas Geburtstag nach einen schnellen Frühstück und dem Gottesdienst (wo Mona als Geburtstagskind eine Schokolade bekam), sind wir dann aus der Stadt zu einem Weingut gefahren, welches aber leider wegen Erntearbeiten geschlossen war. So haben wir dann einen Kiwi Hain gefunden um ein Geburtstagspicknick mit Kuchen, Käse, Keksen, Kaffee und Früchten zu genießen. Danach haben wir beide noch einen schönen Spaziergang am Meer gemacht und Abends habe ich ein leckeres Chicken Curry für uns 4 gekocht und mit dem Film "Dirty Dancing", haben wir den Abend abgeschlossen.

Mona und Steffi haben bis Donnerstag gearbeitet und am letzten Arbeitstag wurde bis spät geschafft. Da Gisborne die erste Stadt ist, die das Morgenlicht sieht, wollten wir auch einmal dabei sein um zu sehen wie das so geht. Im dunklen sind wir also aufgestanden um auf einen nahe gelegenen Hügel zu fahren. Trotz Bewölkung konnten wir sehen wie die Sonne langsam ihren Weg bahnte und der Wechsel von Farben war schön anzusehen.

Gleich am Folgetag war Tobys Geburtstag... David uns Steffi hatten uns beiden zum Geburtstag einen besonderen Brunch geschenkt, womit sie uns morgens überraschten... so lecker! Anschließend hatte Mona eine Thermalquelle in der umliegenden Gegend gefunden und so sind wir beiden dann dort hin und haben ein heißes Bad im Regenwald genossen. Zum Abendessen hatte Mona selbst-gebackene Pizza vorbereitet, die auch wieder sehr lecker war. Als letzten Highlight sind wir 4 dann noch zum Irish Pub gegangen und haben ein Guinness bzw. Radler in netter Gesellschaft genossen.

Ein Sache die wir in Gisborne ausgiebig genossen haben, war das Boogieboarding (Wellenreiten auf einem Styroporbrett) – die Gegend ist wegen der Wellen unter Surfern beliebt und der Strand war nur ca. 5 Autominuten von unserer Haustüre entfernt. Mit unserem Kiwi Van erbten wir auch ein einfaches Boogieboard, welches jedoch aufgrund von Materialschwäche brach. Da Johns Sohn recht bekannter Surfer war, hatte er ein paar gute Boogieboards, die wir für den gesamten Zeitraum ausleihen durften. Somit waren wir sehr oft Abends noch im Wasser und vor allem die Jungs konnten nicht genug bekommen. Der eindrucksvollste Abend im Wasser war bei einem Sonnenuntergang mit aufgehenden Mond und leuchtenden Wolken die sich auch noch im Wasser spiegelten und uns in 360 Grad Panorama der Schönheit hüllte.

Und dann war sie vorbei, unsere Zeit in Gisborne. Für uns war es eine gute Zeit, aber wir waren auch froh endlich weiter zu ziehen... Hummeln im Hintern! Leider bekamen Steffi und ich am Tag unserer Reise einen Magendarminfekt, aber wir sind dann trotzdem losgefahren. Ziel war Napier und Hastings, zwei benachbarte Städte die bei einem Erdbeben in den 30er Jahren dem Erdbeben platt gemacht wurden und dann im zeitgenössischen Art Deco Stil wiederaufgebaut wurden. Manche Gebäude sahen richtig funky aus. Nach einer Nacht auf einem netten Campingplatz am Cape Kidnappers machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Tongariro alias Mount Doom, worüber euch Mona in Kürze berichten wird.

Montag, 7. März 2011

Neuseeland - John, Rere & Squash

Seit genau zwei Wochen sind wir jetzt schon in Gisborne, einer gemütlichen Stadt an der Ostküste Neuseelands. David und Steffi waren hier vor unserer Ankunft schon mal zu Besuch – in der Baptistengemeinde bekamen sie von einem lieben Bruder das Angebot, in seinem Haus wohnen zu dürfen. Dieses Angebot galt auch für einen erneuten Besuch und die zwei zusätzlichen German Friends.

John ist ein Rentner, der vor einigen Jahren seine Frau verlor und so wurden seine Lebenspläne und Träume mit einem Mal über den Haufen geworfen. Statt bitter zu werden und sich aufzugeben, hat er sein Leben umgestellt und ist uns durch seine Großherzigkeit und seiner feinen Art ein Vorbild. Das Zusammenleben gestaltet sich ein bisschen wie in einer WG – wir helfen einander, spielen abends, schauen Filme zusammen oder machen Ausflüge. Die Gemeinschaft ist eine Bereicherung, das Haus in dem wir wohnen dürfen ein echter Luxus und ein großer Segen!

In Gisborne gehen wir auch in die Baptistengemeinde von John - und er erinnert uns beide sehr an Kirchen in die wir in Kolumbien bzw. Afrika gegangen sind. Der altersdurchschnitt ist recht hoch, aber die Gemeinschaft ist sehr Lebendig - der Lobpreis ist eine Mischung aus alten Hymnen und neuen Worship-Liedern und wird von Schlagzeug und Gitarre begleitet. Wir fühlen uns geistlich dort wohl aufgehoben und wieder einmal zuhause. :-)

John war es auch, der einen Ausflug zu der Rere Rockslide vorschlug: 45 Minuten von Gisborne entfernt, ist ein Fluss mit einer Naturrutsche aus Felsen. Zu fünft sind wir dort hin gefahren und John hat uns vorgemacht wie das mit dem Rutschen geht – auf stabilen Bodyboards und mit Neoprenanzügen (gegen Prellungen) sind wir dann Adrenalin-geladen die Rutsche runter. David hat an seiner Technik so gefeilt, dass er bis an das Ende des Bassins am Ende gelang. Ich hingegen verlor zwei Mal mein Bodyboard unterwegs, aber mit der Zeit hatte ich auch raus wie es ging. Als Souvenir haben wir etliche blaue Flecken und die eine kleine Schürfwunde mitgenommen, aber das war es Wert! Hier zwei kleine Videos:





Danach gab es noch ein kleines Picknick mit TimTams (danke Isi noch mal für den Tip ;-) - davon gibt es bei David und Steffi ein Bild im Blog.

In Gisborne angekommen, tourten Mona und Steffi von Packhaus zu Packhaus, um eine Anstellung für die nächsten drei Wochen zu finden. Am Folgetag, meldete sich ein Packhaus-Manager um 7 Uhr morgens(!) dass sie in einer halben Stunde anfangen könnten. So läuft das hier... seitdem arbeiten Mona und Steffi in einem Packhaus für Squash Kürbisse – es folgt ein Bericht aus erster Hand von Mona:

Steffi und ich haben jetzt seid knappen 2 Wochen eine Arbeitsstelle in einer Kürbisfabrik (Ernte, Sortieren, Verpacken, mit Labels versehen) - heute und gestern den halben Tag haben wir frei, da es die letzten zwei Tage geregnet hat und somit die Kürbisernte nicht fortgesetzt werden konnte - die Traktoren dürfen im Matsch nicht benutzt werden. Die ersten zwei Tage waren total anstrengend - ich merke, dass ich im "normalen" Leben ein Bürohocker bin ;) Ich bin dafür verantwortlich kleine Sticker (Labels) an die Kürbisse zu kleben. Dafür hab ich dann ein besonderes Gerät in der Hand, was mir diese Arbeit auch erleichtert (aber nach einem ganzen Tag mit dem Ding in der Hand, tut die Hand auch ziemlich weh). Die Kürbisse werden dann in großen "Bins" (Holzpaletten-Behälter) gefüllt, gelagert und dann nach Japan und Korea verschifft.

Zwischen den Holzplatten sieht man die Kürbisse - und alle die ich erwische die bekommen ein Sticker ab. Diese Holzbehälter werden dann noch übereinander gestapelt und so bin ich mal auf den Knien, mal auf den Zehenspitzen (um oben dran zu kommen) und schwitze, umringt von Gabelstaplern die hupend durch die Gegend fahren (um keine Leute umzufahren). Kopfweh wegen dem Lärm der Maschinen und Übelkeit wegen den Abgasen der Gabelstapler waren am Anfang ziemlich normal - mittlerweile hat man sich sogar daran gewöhnt ;)

Die Arbeitsschichten sind hier auch ein bisschen anders als in Deutschland - 7 Tage die Woche (außer es schüttet), und dann meistens 8-12 Stunden pro Tag. Die Arbeit, wie auch die Schichten, sind sehr gewöhnungsbedürftig. Ich war zwischendurch so ausgepowert und fertig das ich mich schon um 18:30 Uhr zum Schlafen hingelegt habe. Wir müssen zwar auch schon oft um 7 auf Arbeit sein, aber trotzdem ist es komisch dass mein Körper dann soviel Schlaf als Ausgleich braucht.

Steffi hat eine andere Art von anstrengender Arbeit. Sie muss die Kürbisse die im Chlorwasser schwimmen, nach Gewicht sortieren und diejenigen aussortieren, die unter einem Kilo sind. Wenn die dann in großen Mengen angeschwommen kommen, ist es auch eine sehr stressige Arbeit, weil man gar nicht wirklich hinterher kommt. Es ist bei ihr wie auch bei mir zwischendurch immer wieder voll die Akkordarbeit - man versucht dann einfach nur noch hinterher zu kommen. Bei ihr ist das anstrengende, dass sie den ganzen Tag in der gleichen Position steht und vor allem die Hände in dem Wasser leiden (mit Handschuhen ist es besser auszuhalten), aber auch dann bekommt man irgendwann einen Krampf in den Händen, weil man immer wieder die gleiche Bewegung macht.


Donnerstag, 24. Februar 2011

Neuseeland - Reifenaustausch, Konzert und ein Märchenpark

Liebe Blog-Leser, zuerst kommt eine Entwarnung: wir befinden uns noch auf der Nordinsel und wurden somit vom Erdbeben in Christchurch nicht betroffen. Die Situation in Christchurch ist sehr schwierig, da die Stadt, die sich noch im Aufbau vom letzten Erdbeben befand, noch schlimmer zerstört wurde. Viele Menschen haben ihr Leben dort verloren und der Schaden ist immens. In Neuseeland wurde der nationale Notstand ausgerufen – zum Glück befand sich eine ganze Menge Soldaten auf Übungen ganz in der Nähe von Christchurch, sodass sie gleich Nothilfe leisten konnten. Die Nachrichten die über die letzten zwei Tage ausgestrahlt wurden, waren sehr schockierend. Dem deutschen Blogger und seiner Familie vom Blog http://germanz.co.nz ist zum Glück nichts schlimmeres zugestoßen.

Wir befinden uns jetzt in Gisborne, wo wir am Montag hin gefahren sind – die letzten Tage in Te Puke/Maketu waren irgendwie spannend. An einem der Tage hatte ich zufällig bemerkt, dass an einem der vorderen Reifen schon das Metallgeflecht aus dem Mantel ragte. Am nächsten Tag habe ich das Auto dann in die Werkstatt gefahren um zwei Reifen austauschen zu lassen und das Fahrwerk einstellen zu lassen. Jetzt fährt der Kiwi-Van wieder geradeaus wenn man das Lenkrad loslässt. Nach Austausch des rechten Bremslichts, fiel die Blinkanlage aus. Die richtige Sicherung zu finden war schwierig da der Deckel des Sicherungskastens irgendwann in den letzten 20 Jahren Lebenszeit verschwunden ist. Peter, der holländische Kiwi vom Campingplatz hat mir dann ganz lieb bei der Fehlersuche geholfen und mir die ein oder andere Sicherung geschenkt. Lustigerweise funktioniert jetzt wieder alles – bis auf dass wir jede Nacht die Batterie abklemmen müssen da sich irgendwann wie von Geisterhand das Standlicht automatisch einschaltet. Unsere Vor-Vorbesitzer haben dafür einen Drehschalter einbauen lassen, sodass das abklemmen schnell von der Hand geht. Der Van ist halt eine liebenswerte Karre mit ihren Macken, die aber brav ihren Dienst tut und ein gemütliches Schlafzimmer ist.

Am Samstag sind David und Steffi schon nach Gisborne gefahren – wir wollten noch zwei Tage bleiben da wir auf ein Konzert von Brooke Fraser gehen wollten. Brooke Fraser ist schon zwei mal auf diesem Blog erschienen; sie ist eine christliche, neuseeländische Musikerin die Talent hat und hochwertige Musik produziert. Wir beide mögen ihre Musik und daher haben wir uns gegenseitig das Konzert als ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk geschenkt. Am Tag des Konzerts waren wir noch bei Nandos essen (lecker portugiesischer Hähnchen-grill) und haben ein Thermalbad am Mount Maunganui besucht. Es war ein sehr heißer Tag und dann noch in das 40ºC warme Wasser zu gehen war schon spannend – nach der Eingewöhnungsphase war es dann auch entspannend. Auf dem Weg zum Konzert haben wir uns dann noch schnell frische Fish&Chips geholt.

Konzerte in Neuseeland funktionieren etwa so wie Parkkonzerte in Deutschland: man bringt Picknick-decken, Klapptische, Campingstühle, Kühlboxen, Essen und Trinken (ohne Alk) mit. Letztendlich sieht das aus wie ein 3500 Mann starkes Familienpicknick vor einer fetten Bühne. Wir haben also unsere Klappstühle ausgegraben und genug Futter und Flüssiges mitgenommen und haben das Konzert mit Midnight Youth, Opshop und Brooke Fraser genossen. Der beste Teil war Brooke, die mit einer begabten und kreativen Band viele Lieder gespielt hat, und dabei natürlich und sympathisch war. Das war ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk (einen Monat verfrüht)!



Am Sonntag haben wir dann noch Kiwi-360 besucht – ist halt total touristisch angelegt mit einem großen Souvenir-laden und einer Tour durch ein Kiwi-Orchard. Da Mona durch den Arbeitsmangel leider nicht auf eine Kiwi-Plantage gekommen war, war ihr dies ein Anliegen. Die Führung war sehr informativ und wir haben einiges gelernt. Zum Beispiel:
  • Wenn in der frühen Reifephase eine Frostnacht angekündigt wird, heuern die Besitzer einen Hubschrauber an, der die ganze Nacht die warme Luftschichten nach unten drückt. Bei Kiwi-360 steht eine Windmühle, die Luft runter saugt wenn es zu kalt wird.
  • Eine Kiwi Blüte, aus der eine Frucht wird, muss im Schnitt 40 mal von einer Biene bestäubt werden.
  • Um ein Orchard herum steht immer eine schätzungsweise 20m hohe Hecke von dicht belaubten Bäumen, um den Wind zu fangen sodass die Früchte nicht aneinander reiben. Früchte mit Reibungsstellen können nicht verkauft werden.
Anschließend an die Tour, haben wir noch Bilder vor der großen Kiwi gemacht, als Inder uns fragten ob wir Bilder von ihnen machen könnten, und danach ob sie ein Bild mit uns haben könnten. Nach gefühlten 50 Bildern, durften wir gehen – das war echt lustig :-)

In der Nachbarstadt hatten wir noch ein Schild zum Looking Glass Garden gesehen, und die wollten wir noch vor unserer Abreise sehen. Die long and winding road wurde irgendwann zu einer Schotterpiste – ein entgegenkommender Autofahrer bestätigte dass wir jedoch auf dem richtigen Weg sind. Dort angekommen, wurden wir um insgesamt 5 Euro Eintrittsgeld erleichtert. Die Anlage ist eine Kombi aus gepflegtem Park, Hühnerfarm und Märchenpark. Die Hühner waren so lustig da sie eher wie wandelnde Federpakete aussehen – wir haben sie Puschelhühner genannt. Süß waren die kleinen Hütten von diversen Märchengestalten wir z.B. den drei Schweinchen oder Rotkäppchen. Am Ende haben wir noch die „Treppe zum Himmel“ erklommen – von oben hatten wir eine tolle Sicht über die Bay of Plenty. Schnell sind wir dann zurück nach Te Puke gefahren, wo wir beim dritten und letzten Gottesdienst in der Mosaic Church waren – in drei Wochen sind uns die Leute ans Herz gewachsen und wir hoffen vielleicht in ein paar Monaten noch einmal nach Te Puke zurück zu kehren.

Montag, 7. Februar 2011

Neuseeland - Nachtrag

Ich wollte euch kurz Bescheid geben dass ich fuer die letzten Zwei Blogeinträge auch noch Bilder hoch geladen habe. Viel Spass beim Schauen! Hier noch der Link zu unserem Picasa.

Samstag, 4. Dezember 2010

Bilder vom Hochzeitsurlaub

Wir hatten den Picasa Link schon vor einiger Zeit auf Facebook gepostet, aber wir wollen Bilder auch auf diesem Blog allen zugänglich machen.

Without further ado, 
I present to you: 

P.s.: Falls du jetzt noch unsere Hochzeitsbilder suchst, suche nicht länger.

Montag, 1. November 2010

Soon and very soon...

Ach ja, wir haben in der Zwischenzeit geheiratet! Das war echt ein toller Tag! Nochmal ein herzliches Dankeschön an alle die uns dabei geholfen haben und für all die tollen Geschenke - wir haben uns sehr darüber gefreut!

Was es mit dem Titel auf sich hat? Wir haben unsere Hochzeitsbilder bekommen - aus hochwertigen Quellen erfahrt ihr hiermit dass diese in Kürze an die Oberfläche treten werden. Bis dahin könnt ihr euch ja mal die Bilder von unserer Standesamtlichen Hochzeit anschauen - auch da werden in Kürze noch ein paar hinzukommen.

Seid gesegnet,
monitoba