Wir befinden uns jetzt in Gisborne, wo wir am Montag hin gefahren sind – die letzten Tage in Te Puke/Maketu waren irgendwie spannend. An einem der Tage hatte ich zufällig bemerkt, dass an einem der vorderen Reifen schon das Metallgeflecht aus dem Mantel ragte. Am nächsten Tag habe ich das Auto dann in die Werkstatt gefahren um zwei Reifen austauschen zu lassen und das Fahrwerk einstellen zu lassen. Jetzt fährt der Kiwi-Van wieder geradeaus wenn man das Lenkrad loslässt. Nach Austausch des rechten Bremslichts, fiel die Blinkanlage aus. Die richtige Sicherung zu finden war schwierig da der Deckel des Sicherungskastens irgendwann in den letzten 20 Jahren Lebenszeit verschwunden ist. Peter, der holländische Kiwi vom Campingplatz hat mir dann ganz lieb bei der Fehlersuche geholfen und mir die ein oder andere Sicherung geschenkt. Lustigerweise funktioniert jetzt wieder alles – bis auf dass wir jede Nacht die Batterie abklemmen müssen da sich irgendwann wie von Geisterhand das Standlicht automatisch einschaltet. Unsere Vor-Vorbesitzer haben dafür einen Drehschalter einbauen lassen, sodass das abklemmen schnell von der Hand geht. Der Van ist halt eine liebenswerte Karre mit ihren Macken, die aber brav ihren Dienst tut und ein gemütliches Schlafzimmer ist.
Am Samstag sind David und Steffi schon nach Gisborne gefahren – wir wollten noch zwei Tage bleiben da wir auf ein Konzert von Brooke Fraser gehen wollten. Brooke Fraser ist schon zwei mal auf diesem Blog erschienen; sie ist eine christliche, neuseeländische Musikerin die Talent hat und hochwertige Musik produziert. Wir beide mögen ihre Musik und daher haben wir uns gegenseitig das Konzert als ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk geschenkt. Am Tag des Konzerts waren wir noch bei Nandos essen (lecker portugiesischer Hähnchen-grill) und haben ein Thermalbad am Mount Maunganui besucht. Es war ein sehr heißer Tag und dann noch in das 40ºC warme Wasser zu gehen war schon spannend – nach der Eingewöhnungsphase war es dann auch entspannend. Auf dem Weg zum Konzert haben wir uns dann noch schnell frische Fish&Chips geholt.
Konzerte in Neuseeland funktionieren etwa so wie Parkkonzerte in Deutschland: man bringt Picknick-decken, Klapptische, Campingstühle, Kühlboxen, Essen und Trinken (ohne Alk) mit. Letztendlich sieht das aus wie ein 3500 Mann starkes Familienpicknick vor einer fetten Bühne. Wir haben also unsere Klappstühle ausgegraben und genug Futter und Flüssiges mitgenommen und haben das Konzert mit Midnight Youth, Opshop und Brooke Fraser genossen. Der beste Teil war Brooke, die mit einer begabten und kreativen Band viele Lieder gespielt hat, und dabei natürlich und sympathisch war. Das war ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk (einen Monat verfrüht)!
Am Sonntag haben wir dann noch Kiwi-360 besucht – ist halt total touristisch angelegt mit einem großen Souvenir-laden und einer Tour durch ein Kiwi-Orchard. Da Mona durch den Arbeitsmangel leider nicht auf eine Kiwi-Plantage gekommen war, war ihr dies ein Anliegen. Die Führung war sehr informativ und wir haben einiges gelernt. Zum Beispiel:
- Wenn in der frühen Reifephase eine Frostnacht angekündigt wird, heuern die Besitzer einen Hubschrauber an, der die ganze Nacht die warme Luftschichten nach unten drückt. Bei Kiwi-360 steht eine Windmühle, die Luft runter saugt wenn es zu kalt wird.
- Eine Kiwi Blüte, aus der eine Frucht wird, muss im Schnitt 40 mal von einer Biene bestäubt werden.
- Um ein Orchard herum steht immer eine schätzungsweise 20m hohe Hecke von dicht belaubten Bäumen, um den Wind zu fangen sodass die Früchte nicht aneinander reiben. Früchte mit Reibungsstellen können nicht verkauft werden.
In der Nachbarstadt hatten wir noch ein Schild zum Looking Glass Garden gesehen, und die wollten wir noch vor unserer Abreise sehen. Die long and winding road wurde irgendwann zu einer Schotterpiste – ein entgegenkommender Autofahrer bestätigte dass wir jedoch auf dem richtigen Weg sind. Dort angekommen, wurden wir um insgesamt 5 Euro Eintrittsgeld erleichtert. Die Anlage ist eine Kombi aus gepflegtem Park, Hühnerfarm und Märchenpark. Die Hühner waren so lustig da sie eher wie wandelnde Federpakete aussehen – wir haben sie Puschelhühner genannt. Süß waren die kleinen Hütten von diversen Märchengestalten wir z.B. den drei Schweinchen oder Rotkäppchen. Am Ende haben wir noch die „Treppe zum Himmel“ erklommen – von oben hatten wir eine tolle Sicht über die Bay of Plenty. Schnell sind wir dann zurück nach Te Puke gefahren, wo wir beim dritten und letzten Gottesdienst in der Mosaic Church waren – in drei Wochen sind uns die Leute ans Herz gewachsen und wir hoffen vielleicht in ein paar Monaten noch einmal nach Te Puke zurück zu kehren.
schöne Bilder. :) und Wissenswertes (ich mag zwar keine Kiwi, aber es ist doch interessant wie das so funktioniert auf einer Farm). toll, von euch zu hören. :)
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