Dienstag, 16. August 2011

CCM Bands & Schnurrbärte

Frage: Was macht ein Haufen christlicher Bands am Feierabend nach einer Rock & Worship Roadshow? Ganz einfach: man kombiniert das musikalische Fachwissen, Humor und ein Beatles Lied, und man bekommt das heutige Video. Mit dabei sind MercyMe, Jars Of Clay, Matt Maher, Thousand Foot Krutch, The Afters & Lecrae. Zuerst habe ich es in NZ gesehen und Tränen gelacht... viel Spass!

Montag, 8. August 2011

Mondays...

Tja, heute ist/war Montag und was kann man noch dazu sagen? Muss ich nicht viel, da lauter Leute in diesem Video das schon gemacht haben. Viel Spass!

Donnerstag, 7. Juli 2011

Tonga – Paradies auf zweiten Blick

Nach einem ereignislosem Flug über den pazifischen Ozean, landeten wir in Nuku'alofa und wurden von der willkommenen schwülen Wärme empfangen. Wir merkten gleich den Unterschied zum Flughafen Auckland, nicht nur die Temperatur war anders, sondern auch die Beamten entspannter und ein wenig afrikanisch. Recht ernüchternd war die Fahrt zu unserer Unterkunft, Tonis Guesthouse, da die Straßen und Dörfer dreckig und baufällig waren – das letzte Stück Dreckstrasse wäre ich nicht ohne Allradwagen gefahren, aber unser Fahrer Peter fuhr unseren Minibus sicher bis zum Ziel. Anders als erwartet, lag Tonis Guesthouse weder an einem idyllischen Strand noch in Stadtnähe, sondern in einem der benachbarten Dörfer. Auch der Zustand unseres Zimmer war recht primitiv aber nach ein paar Minuten wurden wir wieder aus dem Zimmer geholt und in ein schöneres Zimmer in einem anderen Haus verlegt (das erste Zimmer war für andere Gäste reserviert). Nach einer kurzen Pause, fuhren wir mit dem Shuttle in die Stadt, die auch ziemlich herunterkommen aussah. Der erste Tag war also ein wenig schockierend und unsere Erwartung vom Inselparadies wurde nicht wirklich erfüllt.

Dann aber kam Tag 2, an dem wir Tonis Inseltour buchten und mit Peter und einem neuseeländischem Ehepaar über die Insel tuckerten. Erst die beeindruckenden Blowholes, wo mit jeder Welle die Gischt in die Luft sprühte, dann sahen wir eine Frau die einen Tapa* herstellte, aßen Fish & Chips zum Mittag und besuchten anschließend eine Tropfsteinhöhle, in der wir schwimmen konnten. Das Wasser war glasklar und türkisblau, ging mehrere Meter tief, um uns herum die Tropfsteinsäulen und über uns schwirrten die Fledermäuse. Das war eindeutig das Highlight des Tages! Interessant waren die Landing Sites von Captain Cook* und die der ersten Missionare, wo die Europäer mit ihren Schiffen anlegten. Anschließend schauten wir uns noch eine Stonehenge-artige Steinbrücke und ein paar Gräber an. Während dieser Zeit freundeten wir uns mit Richard & Melanie an, die auch Christen sind und Pilot & Ärztin sind – und sehr sympathisch! Sie erzählten dass sie Abends zu einem Feast gehen wollten; ein Kulturabend mit viel zu essen.  Wir entschieden uns also auch dafür und bereuen diese Entscheidung nicht.

An einem Strand mit Höhle gelegen, kamen 240 Gäste, darunter viele Tonganer und der Premierminister, zusammen und setzten sich in den Pavillon. Zu Essen gab es allerlei tonganische Spezialitäten, darunter: Schwein am Spieß, frischer roher Fisch (lecker!), Muscheln, Seegurke, Süßkartoffeln, Maniok, Corned Beef in grünen Blatt und Meeregewächs. Bis auf die Seegurke, hat alles lecker geschmeckt und wir bekamen einen Einblick in die tonganische Esskultur -  und wir bekamen keine Magenprobleme! Im Anschluss wurden tonganische Tänze in der Höhle aufgeführt, die Männer tanzten aggressiv und tobten rum während die Frauen mit sanften, grazilen Bewegungen tanzten (kein aufreizendes Hüftschaukeln ;). Der Chef des Ladens erzählte dabei ein paar interessante Dinge und rief am Ende die Feuertänzer auf, die echt gut waren.

Am Tag darauf fanden wir das ersehnte Inselparadies! Mit Richard & Melanie fuhren wir 10 Minuten mit der Fähre zu der nahegelegenen kleinen Insel Pangaimotu. Diese hat einen schönen Strand, kann in einer halben Stunde zu Fuß umrundet werden, hat ein leckeres Restaurant und ein versunkenes Schiffswrack, dessen Bug noch senkrecht aus dem Wasser ragt. Dort haben wir uns entspannen können und haben einige bunte Fische beim schnorcheln gesehen. Oh, und das Essen dort war so lecker - es gab Fischburger, Fritten, Salat und einer Trink-Kokusnuss! Wir fanden die kleine Insel so schön, dass wir insgesamt vier Mal da waren.

Sonntags fährt eine Fähre auf die Insel Royal Sunset/Atata und es wird dort ein Buffet angeboten, also entschieden wir uns dafür. Man muss dabei sagen dass Sonntags wirklich nichts geöffnet hat, auch nicht die Kaffees oder Restaurants. Die Insel und das dazugehörige Ressort waren zwar schön, aber dadurch dass auf der Insel auch ein kleines Dorf ist, war der Strand hinter dem Ressort ganz schön zugemüllt. Mona ist mit einer Gruppe zu einem Riff gefahren, wo sie schnorcheln war und dort viel sah. Tags darauf fuhren wir auch noch zur Insel Fafa, wo Deutsche ein Ressort besitzen und dieses entsprechend gut pflegen. Just am selben Tag sollte eine Hochzeit von einem älteren Pärchen aus Neuseeland stattfinden und so waren der Pastor und seine zwei Kids mit in unserem Boot. Strand und schnorcheln waren toll und irgendwann begegneten wir den zwei Pastorenkids, die uns ein bisschen das Inselchen zeigten und cool drauf waren. Hinterher sahen wir auch noch den Ausklang der Hochzeitszeremonie und schon war die Zeit vorbei.

Donnerstag sollte dann der Flug nach Auckland gehen, doch kurzerhand erfuhren wir dass dieser wegen der chilenischen Aschewolke gestrichen war. Um sicher zu sein dass wir nichts verpassen, fuhren wir trotzdem zum Flughafen und redeten mit den Sachbearbeitern. Ein Flug mit Air New Zealand (die trotzdem flogen) wäre viel zu teuer gewesen und unser Kiwi-Van stand auf dem Flughafenparkplatz in Auckland und kostete Geld. Nach langem Gerede sagten sie, dass wir in einem Hotel untergebracht würden. Das Dateline Hotel war mal das Beste der Stadt, aber das war vor langer Zeit. Heute besitzen es Asiaten, die es haben herunterkommen lassen und, trotz hoher Preise, nicht so nett wie Tonis ist. Wir waren jedoch dankbar dass wir dies nicht bezahlen mussten und genossen noch ein paar Tage im Paradies.

Und dann kam Sonntag: wir entschieden uns für die Kirche in die auch der König, George Topou V, geht und genossen die tolle Musik. Wir hatten lebhafte Chöre wie in Afrika erwartet, es glich aber eher der Musik der Westminster Cathedral – mit Blasorchester und melodisch sehr vielfältig. Von der Predigt (auf Tonganisch) verstanden wir nicht so viel – war aber eine tolle Erfahrung! Hier kannst du dir eine Aufnahme der Musik anhören (sorry, Qualität ist nicht so toll):

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Abends übernachteten wir noch mal bei Tonis, da Pacific Blue nur drei der vier Nächte zahlte. Bei unserem vierten Besuch auf der Insel Pangaimotu, bekamen wir die Nachricht dass der Flug am Abend wieder storniert sei, diesmal wegen einer technischen Panne, wir waren echt genervt. Toni fuhr uns gleich zum Büro von Pacific Blue mit dem Ergebnis, dass unsere Nacht bei Tonis bezahlt wurde und wir ein Essen sogar dazu bekamen – das machte dann alles wieder gut und am kommenden Tag flogen wir dann glücklicherweise nach Auckland.

In Auckland kamen wir ohne Probleme durch die Passkontrolle und gingen durch Biosecurity. Wegen der gefährdeten endemischen Planzen-/Tierarten und der Landwirtschaft, dürfen keine Nahrungsmittel oder Tierprodukte undeklariert mitgeführt werden. Da wir Essen und Souvenirs dabei hatten, gaben wir alles an und gingen brav zur Durchsuchung – alles ging gut. Dann kam der letzte Check mit Röntgengerät, wo ein vergessener Apfel in Monas Tasche entdeckt wurde. Am Schalter eines Beamten wurde uns gesagt dass wir $400 (€220) Strafe zahlen müssten da wir den Staat betrogen hätten (die sind echt knallhart). Mona erklärte unter Tränen dass dies ein Versehen war und dass wir doch Essensbesitz auf unserer Karte angekreuzt hätten – nach langem Hin und Her beließ er es bei einer schriftlichen Verwarnung. Zugleich dankbar und angenervt gingen wir zu unserem Kiwi-Van, in den niemand eingebrochen war und sich auch starten lies.

Noch ein paar Dinge die uns über die Tonganer aufgefallen sind: sie sind sehr freundlich und offenherzig! Mit dem einheimischen Personal bei Tonis haben wir uns sehr gut verstanden. Sehr positiv fand ich, dass man auf dem Markt allein gelassen wird – in Malawi versammelt sich eine Traube Menschen um einen herum, bevor man den Markt überhaupt erreicht hat. Auf Tonga werden gelassen die Produkte angeboten und einem nicht aufgedrängt. Die Tonganer haben sehr starke Familienwerte – Eltern dürfen bis ins hohe Alter noch ihre Kinder schlagen uns sich Respekt einfordern. Auch sind sie keine Arbeitstiere... ein bisschen arbeiten reicht und dann kann entspannt werden. Leider ist dies sehr in der Infrastruktur und Wirtschaft des Landes sichtbar und es muss schwierig sein wenn man Projekte dort durchführen will. Die Chinesen kommen einfach mit ihren Bautrupps und verbessern die Infrastruktur – da der Staat keine Verträge schließt, bleiben die Resultate in chinesischem Besitz. Von der Ernährung her gilt: Big is Beautiful; das gilt für beide Geschlechter. Mit schlechter Ernährung und Bewegungsmangel einher gehen gesundheitliche Probleme, die häufig vorkommen. Für uns war die Zeit auf Tonga bereichernd und entspannend, aber nach knapp zwei Wochen waren wir glücklich wieder in Auckland zu sein.



  • Tapa: Meter-langer papyrus-ähnlicher Stoff der aus Maulbeerholz-fasern hergestellt und anschließend bemalt wird. Er wird zu Hochzeiten oder Beerdigungen verschenkt und ist kulturell tief verankert. Wer keinen im Haus bereit hat, gilt als arm.
  • Corned Beef: Geliertes Rindfleisch in der Dose – einst durch Engländer verbreitet, ist es jetzt eines der Lieblingsessen der Tonganer. Man sieht die rot-gelben Dosen in jedem Miniladen stehen.
  • Captain Cook: Wäre fast in Tonga draufgegangen. Ein Fest wurde veranstaltet um ihn und seine Crew dabei zu killen. Wegen einer Streitigkeit zwischen dem Häuptling und seinen Männern, wurde der Plan nicht ausgeführt und Cook war beeindruckt über die Freundlichkeit der Einheimischen. :-)

Samstag, 25. Juni 2011

Netter Aal und ein Brautschleier

Tja, irgendwann auf der Reise hatten wir uns eine Liste von Dingen gemacht, die wir hier noch erleben möchten - nebst Paua Muschel essen und Possum sehen, wollten wir auch in eine Glühwürmchen Höhle gehen. Der prominenteste Ort hierfür sind die Waitomo Caves, ein riesiges Areal mit über 300 erfassten Kalksteinhöhlen. Hier gibt es diverse Anbieter verschiedenster Höhlem-Touren mit verschiedenen Schwerpunkten - von Seniorengerecht bis Adrenalingeladen ist alles dabei. Wir entschieden uns für die Rock, Rap'n Raft Tour, welche 5 Stunden dauert und Abseiling, Caving, Rafting, Glühwürmchen und Klettern beinhaltet – und das zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Nach einer Nacht in einem nahegelegenen Hostel, erschienen wir früh zur ersten Tour wo wir mit zwei netten Schweden und unserem Guide Marc zu den Umkleidekabinen fuhren. Dort angekommen, bekamen wir einen Neoprenanzug, Helm mit Stirnlampe, Gummistiefel, Sicherungsgurte und pinke Hosen zum Schutz des Neoprens (schick!). Die Ausrüstung war viel besser als was wir für unser Abenteuer am Cave Stream hatten, aber wir fühlten uns jetzt beim zweiten Mal sicherer als wenn dies unsere erste Höhle gewesen wäre.

Nach einer kurzen Einweisung ins Abseilen, wurden wir an den Höhlenrand geführt und dann durften wir uns, einer nach dem nächsten, ins Seil hängen und langsam die 28m herab gleiten. Das war schon ein bisschen aufregend, aber auch ein tolles Gefühl! Um uns herum die glatten Felswände, oben der grün bewachsene Rand und unter uns der rauschende Fluss. Unten angekommen, bekam jeder einen aufgeblasenen Reifen-Schlauch und so marschierten wir Flussaufwärts. Zwei Mal „durften“ wir uns durch enge Durchgänge zwängen um zu erleben wie sich echtes Höhlen-klettern anfühlt. Nichts für den trophobischen Klaus! An einer Stelle hieß es dann Lampen ausschalten: Marc machte ein lautes Geräusch um die Glühwürmchen zu motivieren und so standen wir staunend unter einem bläulich schimmernden Sternenhimmel! (Hier kann man ein bisschen mehr über die Glühwürmchen lesen)

Schließlich kamen wir an das Ende der Höhle, wo der Fluss aus einem gefluteten Tunnel in die Höhle fließt. Marc sagte uns dass auf der anderen Seite des Tunnels bald die Szene des Hobbits gedreht wird, wo Bilbo auf Gollum trifft und ihm den Ring abnimmt. Jedenfalls setzten wir uns in die Reifen und ließen uns einen ganzen Weg zurück treiben. An einer Stelle machte Marc Halt, da wir einen kleinen Umweg in die Matschhöhle machen sollten. Der Weg dorthin war eine Rutschpartie und am Ende gelangten wir in ein tieferes Becken, wo am auf der gegenüberliegenden Seite eine 3m hohe natürliche Rutsche ist. Diese kletterten wir hoch, gruben zwei Klumpen Matsch aus der Wand und benutzten diese als Schlitten um in den Pool zu rutschen. Funky!

Als wir aus der Matschhöhle zurückkehrten, trafen wir den freundlichen Aal, der neugierig die Besucher beschnuppert und sich von ihnen streicheln lässt. So was haben wir noch nie gesehen! Mehrere Minuten chillte er bei uns und erließ alles Gehätschel von uns in Gemütsruhe über sich ergehen! Bis jetzt waren mir Aale sehr unsympathisch, aber diese Begegnung hat meine Einstellung verändert.

Dann ging es in den Schläuchen immer weiter Flussabwärts, am Einstiegspunkt vorbei, bis wir an einen Punkt kamen, wo die Strömung zu stark wurde. So gingen wir wieder zurück, machten eine kleine Teepause und gingen zum Einstiegspunkt zurück. Dort legten wir wieder unsere Sicherungsgurte an und kletterten eine 20m hohe Felswand wieder hoch, duschten warm und fuhren zum Büro zurück, wo wir noch eine Tasse Suppe und die Bilder der Tour bekamen (Marc hatte fleißig mit einer Wasserdichten Kamera fotografiert).

Mit den Schweden fuhren wir weiter zu einem Wasserfall in der Nähe, wo wir zwei deutschen Jungs begegneten, die wir auf der Südinsel und auch im Te Papa in Wellington schon getroffen hatten (Regel: in NZ trifft man sich als Touri mindestens zwei Mal ;). Zusammen schauten wir uns den ersten der großen Wasserfälle und dann den Eingang zur Periperi Cave an.

Kurzerhand entschieden die Schweden und wir dass wir in dem Ort Kawhia übernachten wollten und suchten uns dort einen zentralen Platz neben dem Museum und bei Toiletten aus. Wir kochten zusammen und als wir die ersten Bissen im Mund haben, dröhnt eine ohrenbetäubende Sirene neben uns los. Wir bekamen Panik da wir nicht wussten was das zu heißen hatte... Falschalarm, Einbrecher, Feuer, Tsunami? Aber es blieb alles ruhig (abgesehen von uns) und in der Nacht trat das Phänomen zum Glück nicht noch einmal auf. Erst in Tonga erfuhren wir von zwei Kiwis, dass dies die Sirene für die Freiwillige Feuerwehr war (hätte ich wissen müssen, mein Opa war doch bei der FF!). Kurz vor Abfahrt trafen wir die beiden deutschen Jungs wieder und dann schauten wir uns noch den faszinierenden Bridal Veil (Brautschleier) Wasserfall an. Dort trafen wir wieder die deutschen Jungs – zum letzten Mal :-)

Dann musste es auch schnell gehen weil wir nach Auckland mussten um früh morgens unseren Flug nach Tonga zu erwischen.

Weta Cave und die Vergessene Welt

Nach unserer verspäteten Ankunft in Wellington wollten wir es eigentlich zum Catchpool Valley Park schaffen, wo wir schon mit Steffi & David gecampt hatten, aber leider waren die Tore dort schon geschlossen. Der Park befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite Wellingtons im Zipfel der großen Bucht und hat einen schönen DOC Campingplatz mit warmen Duschen und einer Kochhütte – Mona hat dort nachts schon einen Kiwi-Vogel gesehen. Da die Strecke von dort nach Wellington recht weit ist, sind wir die Straße weiter gefahren und haben einen netten Platz zum Freedom Camping gefunden. Zum Frühstück sind wir dann doch noch in den Catchpool Park gefahren und anschließend haben wir uns noch einmal das phantastische Museum Te Papa angeschaut - wir haben immer noch nicht alles gesehen.

Das Museum mit kostenlosem Eintritt bietet viel Information über Geschichte Neuseelands und den Einfluss der Menschen auf das Land; interaktive Gegenstände und unterhaltsame Medienbeiträge lassen keine Langeweile aufkommen und helfen einem in die Geschichte einzutauchen. Statt der geplanten 2–3 Stunden, verbrachten wir dann doch den Großteil des Tages im Te Papa.

Nach einer Nacht auf einem Campingplatz, haben wir uns das kleine Museum des Weta Workshops angeschaut. Weta wurde von Peter Jackson mit aufgebaut und ist für Requisiten und Digitaleffekte zuständig. Bekannt wurden sie durch Herr der Ringe, wofür sie die Charaktere schufen, bekleideten und animierten. Auch bei Avatar, Narnia und District 9 waren sie beteiligt und momentan ist der Hobbit in Produktion. Ein Besuch in der Weta Cave lohnt sich sehr, mitunter weil der Eintritt kostenlos ist und ein sehr interessantes Video zur Einführung gezeigt wird. Auf der Fahrt gen Norden, haben wir uns auch noch den Drehort von Rivendell angeschaut, viel war jedoch nicht zu sehen. Natürlich können die Bühnenbildner nicht die Requisiten in Parks rumstehen lassen, daher sieht man nur die Natur drumherum.

Als es dunkel wurde, suchten wir uns einen netten Campingplatz und fuhren am nächsten Morgen nach Wanganui - die Hauptstadt der Glasbläser Zunft. Eine der Werkstätten hatte eine Zuschauer-Ebene, wo wir den Künstlern auf die Finger... ehm... Handschuhe schauen durften. Aus logistischen und finanziellen Gründen haben wir dort das schöne Produktsortiment Anderen überlassen ;-) Nebenan war auch die Werkstatt einer Mosaik Künstlerin die uns ein paar Tips gegeben und Mona inspiriert hat – vielleicht bastelt Mona in Deutschland mit Mosaik. Auch das Museum über die Restaurierung eines alten Schaufelraddampfers und einer historischen Straßenbahn waren interessant.

An der Westküste Neuseelands gibt es einen perfekt geformten Vulkankegel der Mount Taranaki bzw. Mount Egmont heißt - diesen wollten wir mit dem Van umrunden um ihn in seiner vollen Pracht zu bewundern. Auf dem Weg dorthin sahen wir den Berg im wunderschönen Sonnenuntergang leuchten, dies war jedoch das letzte Mal dass wir ihn sahen da er sich am nächsten Tag zwischen den Wolken versteckte. Von einer anderen Backpackerin hatten wir gehört, dass man neben dem Leuchtturm am Mount Egmont gut campen könnte und so versuchten wir diesen zu finden. Irgendwann kamen wir an eine Dreckstrasse, die ein wenig nach Privatweg aussah aber in die richtige Richtung führte. Als wir am Bauernhof vorbei fuhren, beobachtete uns eine alte Dame aus dem Fenster doch nachdem wir den Melkstall passiert hatten, erreichten wir glücklicherweise die richtige Straße mit dem Leuchtturm. Dort brauste das Meer in der Dunkelheit und der starke Wind schaukelte unsere Behausung - nur der Strahl des Leuchtturms unterbrach die mondlose Nacht. Um 3 Uhr morgens wachte Toby auf mit der festen Überzeugung, dass ein Auto uns anleuchte und wir Stress bekommen würden aber Mona versuchte zu beruhigen indem sie sagte dass dies der Leuchtturm sei - das sah Toby dann irgendwann ein und ließ sich beruhigen. Unser Fazit: man kann dort gut Campen solange der Wind nicht so fegt da man sonst unruhig schläft.

Unser Ziel des Tages war die Forgotten World Highway zu fahren; eine Inlands-Strecke durch etwas wildes Terrain. Bevor die Straße geteert wurde, war die Strecke eine schlammige Herausforderung für Mensch und Tier. Eine Teilstreck ist immer noch nicht geteert jedoch in gutem Zustand. Immer wieder stehen Infotafeln am Wegesrand und klären über die Vergangenheit auf. Die Strecke hat sich gelohnt da es einige Kuriositäten und spannende Dinge zu sehen gibt... z.B. Mt Damper Wasserfall und ein Dorf die sich als eigene Republik versteht.

Ein/zwei Tage zuvor hatten wir eine SMS von den Batys aus Gisborne bekommen, die uns fragten ob wir in der Nähe von Rotorua wären - unglaubliches Timing! Nach einem erfrischendem Gottesdienst bei der Calvary Chapel Rotorua, trafen wir uns mit Rodger und Marilyn und ihren zwei Enkeln zum Spazieren. Prompt luden sie uns in ihre Batch (Ferienwohnung) ein und wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen! Ihre Liebe und Großzügigkeit ist uns immer wieder ein Vorbild. Rodger hat sich dabei mal den Motor vom Kiwi Van angesehen und mit einer Mutter die Dichtung unseres Auspuffrohrs verschlossen sodass das Auto leiser ist. War toll zu hören dass ein Experte sagt, dass der Motor in einem guten Zustand ist!

Nach Rotorua waren wir in Waitomo, doch darüber berichtet wir im nächsten Blogeintrag.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Vögel mit 'ner Meise


Heute morgen sind wir im Ambury Farm Park um 03:30 aus dem Bett gefallen um rechtzeitig am Flughafen in Auckland zu erscheinen. Wir freuen uns sehr auf die Zeit in Tonga da wir uns dort ein wenig aufwärmen können und den Südpazifik kennenlernen möchten.
Naja, als wir unser Auto auf dem Flughafenparkplatz abstellen, erklingt rund um uns herum das laute Piepsen von Auto Alarmanlagen. Die Quelle des Gesangs waren jedoch nicht die Reihen von Blechkarossen sondern Vögel in den Bäumen um uns herum. Dauernd piepste um uns herum ein anderes Modell einer Alarmanlage!  Wir haben uns köstlich über das Vogelgezwitscher amüsiert ;-) Jetzt sitzen wir im Flieger und warten auf den Takeoff.